Durchmarsch: Müller macht es möglich

Bei der Tennis-Saarlandmeisterschaft in der Halle siegten Simon Junk vom TC Marpingen und die zwölfjährige Sarah Müller vom TuS Neunkirchen. Meike Vorschel und Julia Schneller vom TC Homburg schieden beide im Halbfinale aus.

Fast zwei Stunden sind gespielt, als am vergangenen Sonntag im Herrenfinale um die Tennis-Saarlandmeisterschaft die Entscheidung fällt: Die diagonal geschlagene Vorhand von Simon Junk hat eine gute Länge. Gegner Noel Hartzheim gibt alles, doch der 17-Jährige vom TC Rotenbühl kommt nicht mehr optimal hin zum Ball - und pfeffert die gelbe Kugel in das Netz. Während Hartzheim ungläubig den Kopf schüttelt, darf Junk jubeln. Der Spieler des TC Marpingen gewinnt das Endspiel in der Tennishalle der Saarbrücker Sportschule mit 7:6 (7:5), 6:0 und holt zum zweiten Mal nach 2015 den Hallen-Saarlandmeistertitel. Damit revanchiert sich der ebenfalls 17-jährige Junk zugleich für das jüngste Duell, das er vor zwei Wochen im Finale der U18-Saarlandmeisterschaft noch mit 6:7, 6:2, 3:10 verloren hatte. "Im Vergleich dazu habe ich jetzt noch einmal eine Schippe drauflegen können. Meine Turnierleistung war insgesamt sehr gut", sagte Junk nach dem Sieg über den Dauerrivalen, gegen den er im Vorjahr im Viertelfinale glatt mit 0:6, 1:6 verloren hatte.

Auch jetzt sah es zunächst nach einer klaren Sache für Hartzheim aus. Der Akteur vom Rotenbühl hatte eine gute Länge in seinen Schlägen und begünstigte damit die anfangs hohe Fehlerquote bei Junk. Folge: Hartzheim zog auf 5:0 davon, schien den ersten Satz fast im Sack zu haben, ehe es zu einem Bruch im Spiel kam. Junk holte Punkt um Punkt auf, wehrte beim Stand von 3:5 sogar einen Satzball ab und siegte im Tiebreak mit 7:5.

"Ich war teilweise zu unkonzentriert und in einigen wichtigen Momenten auch nicht aggressiv genug. Nach dem ersten Satz hat er sich immer mehr zugetraut", sagte der schwer enttäuschte Hartzheim. Er monierte aber, dass der Unparteiische ihn im ersten Satz mehrfach mit unglücklichen Entscheidungen aus dem Tritt gebracht habe.

Junk zeigte sich von seiner starken Rückkehr selbst überrascht: "Als ich 0:5 zurücklag, habe ich nicht mehr an mich geglaubt. Da dachte ich, es wird eine klare Sache. Später war es für ihn umso schwerer. Da lag der psychologische Vorteil bei mir", sagte der Marpinger. Im Halbfinale hatte er Moritz Pfaff vom TC Rotenbühl 6:1, 6:1 bezwungen. Hartzheim besiegte Julian Müller vom TuS Neunkirchen mit 6:1, 6:4, ehe es im Endspiel wie im Vorjahr wieder nicht reichte. Im Finale vor einem Jahr unterlag er Christopher Hobgarski mit 6:7, 3:6.

Eine klare Angelegenheit war das Finale der Damen. Dort gab es an Sarah Müller vom TuS Neunkirchen wie erwartet kein Vorbeikommen. Die Zwölfjährige mischte erstmals im Feld der Aktiven mit, schon vor zwei Wochen zuvor hatte sie sich in souveräner Manier den U18-Titel gesichert. Nun machte die Wadgasserin mit einem 6:0 und 6:1-Erfolg über Annika Schuler vom TC Marpingen ihr Titel-Doppel perfekt. "Ich bin sehr zufrieden und glücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass es so klar ausgeht", sagte das junge Top-Talent, das in vier Partien gerade einmal vier Spiele abgab. Schuler hatte im Halbfinale die an Nummer zwei gesetzte Meike Vorschel vom TC Homburg mit 6:2, 7:5 geschlagen.

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