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Durchbruch bei HTW-Hochhaus - Neues Konzept soll Komplettbezug zum Wintersemester möglich machen

Durchbruch bei HTW-Hochhaus - Neues Konzept soll Komplettbezug zum Wintersemester möglich machen

Gute Nachricht für mehr als 1500 HTW-Studenten und Mitarbeiter: Ein neues Brandschutzkonzept soll den Bezug des „Skandal-Hochhauses“ noch in diesem Jahr ermögliche.

Einer der öffentlichen Bauskandale im Saarland scheint beendet zu werden. Das kernsanierte Hochhaus für die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Alt-Saarbrücken soll voraussichtlich zum Wintersemester im Oktober komplett bezogen werden können. Bei einem Treffen der Unteren Bauaufsichtsbehörde mit der Ottweiler Baugesellschaft (OBG) und dem Münchner Investor Falko GmbH ist gestern in Saarbrücken ein vorläufiges Brandschutzkonzept vorgestellt worden. Dieses berücksichtige "jetzt endlich all' das, was die Untere Bauaufsichtsbehörde seit rund zwei Jahren anmahnt", sagte Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer gestern gegenüber unserer Zeitung. Sollte ein entsprechender, neuer Bauantrag vorliegen, sehe sie "keine Probleme", dass die Bauaufsicht grünes Licht gebe. Geht alles glatt, sollen in dem umgebauten ehemaligen Gesundheitsamt mehr als 1500 Studenten und HTW-Mitarbeiter Platz finden. In das Hochhaus würden dann die Sozial- und Pflegewissenschaften mit rund 800 Studenten vom Saarbrücker Campus Rastpfuhl sowie rund 300 Studenten von den Standorten Rothenbühl (Architektur) und Göttelborn (Aviation Business) einziehen.

Auch der Geschäftsführer der Projektgesellschaft Falko, dem das Land Planung, Bau, Betrieb und Finanzierung übertragen hatte, zeigte sich gestern nach der dreistündigen Zusammenkunft optimistisch. Wolfgang Memminger: "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels." Mit dem neuen Brandschutzkonzept bestehe eine realistische Chance, das HTW-Hochhaus schnellstmöglich wie vorgesehen in Betrieb nehmen zu können. Ein Termin im Herbst "wäre auch unser Wunsch", sagte Memminger. Zwar seien Umbauten notwendig, doch die seien machbar. Das Konzept sieht Änderungen bei den zwei bestehenden Treppenhäusern vor. Eine Option wäre auch der Anbau eines dritten Treppenhauses, so Memminger. Wer am Ende die Kosten für Umplanung und Umbau tragen muss, sei gestern nicht diskutiert worden. Memminger: "Dies war ein bautechnisches Gespräch."

Sobald nun das im Detail ausgearbeitete Brandschutzkonzept vorliegt, soll ein neuer Bauantrag gestellt werden und die OBG mit den dazu erforderlichen Umbauten beginnen.

Das neue Brandschutzkonzept ist von dem renommierten Büro Halfkann & Kirchner in Erkelenz (Nordrhein-Westfalen) im Auftrag der Falko GmbH erarbeitet worden. Das Büro hat unter anderem Brandschutzkonzepte für den Berliner Reichstag und den Flughafen Köln-Bonn erstellt.

Ursprünglich sollte der HTW-Lehrbetrieb in dem kernsanierten Hochhaus zum Wintersemester 2013 beginnen. Anlass für die wiederholten Verzögerungen waren Unstimmigkeiten bei den Bauanträgen in Bezug auf die Studentenzahlen. Dies zog unter anderem geänderte Brandschutzanforderungen nach sich. Wegen der dadurch entstandenen Zusatzkosten hatte sich im vergangenen Jahr ein Rechtsstreit zwischen der Falko GmbH und dem Land abgezeichnet.

Wohnungsgesellschaft will alle Studenten-Wohnheime kaufen


Der Betrieb der Studenten-Wohnheime im Saarland steht möglicherweise vor einem einschneidenden Wandel: Eine Landesgesellschaft will sie kaufen.

Die Wohnungsgesellschaft Saarland mbH (Woge) will alle neun Studenten-Wohnheime auf Geländen der Saar-Uni übernehmen und bewirtschaften. Ein entsprechendes Angebot werde derzeit erarbeitet und soll "in den nächsten Wochen" unterbreitet werden, teilte ein Sprecher der Woge auf SZ-Anfrage mit. Der Kaufpreis werde noch gutachterlich ermittelt und soll von der Woge ohne Landeszuschüsse finanziert werden. Sollten Studentenwerk und Uni, die im Besitz der Wohnheime sind, dem Verkauf zustimmen, garantiert die Woge, "die Wohnungen zu den auf dem studentischen Markt üblichen Preisen anzubieten", wie der Sprecher mitteilte. Für das 2011 wegen Brandschutzmängeln geschlossene Wohnheim D auf dem Saarbrücker Uni-Campus würde die Woge nach dem Kauf ein Brandschutzkonzept erstellen und es sanieren. Es soll dann "möglichst bis zum Wintersemester" bezugsfertig sein. Alle neun Wohnheime böten rund 1360 Personen Unterkunft.

Das Studentenwerk wollte sich gestern zu den Plänen der Woge nicht äußern. "Wir werden das Angebot erst einmal prüfen, wenn es uns schriftlich vorliegt", teilte Anne-Marie Oswald, Geschäftsführerin des Studentenwerks, gestern der SZ mit. Ähnliches verlautete von Seiten der Uni. Das Angebot könne erst bewertet werden, wenn es vorliege.

Das wegen Brandschutzmängeln geschlossene Wohnheim D sollte ursprünglich für einen symbolischen Euro von der Woge gekauft, teilsaniert und an das Studentenwerk vermietet werden. Im Herbst 2014 platzte dieser Plan jedoch, weil das Land einen Sanierungszuschuss ablehnte. Das Studentenwerk sah daraufhin keine Möglichkeit, sozialverträgliche Mieten anzubieten.