Düsenjäger zerreißt die Bergidylle

Die Schönheit und das Böse liegen auf allen Bildern dieser Ausstellung beklemmend nahe beieinander. Heraus kommt nicht etwa eine verkniffene Anklage, sondern ein überraschender Blick auf die Welt, wie sie nun einmal ist.

Manchmal ist wenig sehr viel, so auch die Ausstellung "Oh, I'm evil…lauter schöne-böse Bilder" in der Galerie Sali e Tabacchi in der Feldmannstraße. Dort werden gerade mal sechs Werke von sechs Künstlern gezeigt - und die Ausstellung macht richtig Spaß.

Das liegt einmal daran, dass sich die Künstler zwar auf eine Arbeit reduziert haben, gleichzeitig aber allesamt ein sehr starkes Werk ausgesucht haben. Und dann ist natürlich das Thema "schöne-böse Bilder" ein vielseitiges Sujet, das zu mehrdeutigen Interpretationen einlädt. Und zuletzt gilt es, überzeugende Künstlerinnen aus dem Raum Kaiserslautern zu entdecken. Veronika Olma zeigt ein in Rosa-Tönen gehaltenes Tempera-Gemälde, in dem Hunde beim Ausführen Gasmasken tragen. Während die Hunde sehr akribisch gezeichnet sind, verliert sich das "Frauchen" in einem rosa Nebel. Daneben hängt das Gemälde "Gegend" von Klaus Harth. Er hat das gefundene Gemälde einer Alpen idylle mittels dazukomponierter Jagdbomber in ein Inferno verwandelt, was Übermalungen noch verstärken.

Karin Haase zeigt das japanisch anmutende Porträt einer Person, jedoch ohne Gesicht, ergänzt um fragmentierte Zeichnungen eines Teddybären.

Beate Leibinger beweist, dass sie eine großartige Malerin ist. In altmeisterlicher Tradition hat sie ein Stillleben mit prallen Früchten und Tomaten gemalt, allerdings mit Reagenzgläsern und Spritzen. Gen-Food?

Silvia Rudolf zeigt die einzige Zeichnung: eine großformatige Darstellung, farblich und grafisch reduziert, eines giftigen Pflanzensamens. Und dann ist da noch das Werk von Albert Herbig, der die Galerie leitet. Er arbeitet mit einem gefundenen Gobelin, zerstört die gestickte Idylle aber, indem er eine Person mit orange Schutzanzug hineinsetzt.

"Oh, I'm evil…lauter schöne-böse Bilder". Ausstellung von Veronika Olma, Karin Haase, Klaus Harth, Albert Herbig, Silvia Rudolf und Beate Leibinger in der Galerie Sali e Tabacchi, Feldmannstraße 144, 66119 Saarbrücken . Geöffnet bis 28. Oktober, montags und mittwochs 16 bis 18 Uhr, sowie nach Vereinbarung.

salietabacchi-sb.de

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