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| 19:13 Uhr

Drei Franken bringen zwei Romantiker mit

Das Würzburger Klaviertrio ist am Samstag im Rathausfestsaal. Foto: Kulturamt
Das Würzburger Klaviertrio ist am Samstag im Rathausfestsaal. Foto: Kulturamt FOTO: Kulturamt
Saarbrücken. Die zeitgenössische Hommage eines Ungarn an einen italienischen Kollegen hat er morgen im Programm. Und die älteren Meister der Klavierkompositionen auch. Martin Tchiba schlägt gern einen weiten Bogen. Stefan Uhrmacher

Sie haben mehrere CDs eingespielt und sind von ihrer Heimatstadt Würzburg aus auf internationalen Podien unterwegs. Nun lassen sich Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Cello) und Karla-Maria Cording (Klavier ), seit 2001 besser bekannt als "Klaviertrio Würzburg", bei der Saarbrücker Sommermusik hören. Am Samstag, 6. August, 20 Uhr liegen im Rathausfestsaal Noten von Carl Maria von Weber (1786-1826) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) auf den Pulten.

Rarität zur Sommermusik

Es sei ein maßgeschneidertes Programm zur aktuellen Sommermusik-Thematik, erläutert Geigerin Katharina Cording: Beide Komponisten wirkten in der Nähe des in Berlin lebenden Dichters Adelbert von Chamisso (1781-1838). Ihm ist das Sommermusik-Motto "Ich werde geh'n ins fremde Land" entlehnt. Webers Trio für Klavier , Violine und Violoncello g-Moll op. 63 (1818/19) gilt als bedeutendstes Klaviertrio der Romantik vor Schubert.

In der Sommermusik erklingt eine seltene Version: Das Werk sei "beinahe nie mit Violine, sondern meistens mit Flöte zu hören, obgleich Weber selbst diese zwei unterschiedlichen Fassungen autorisiert hat", sagt Katharina Cording: Beide Varianten hätten ihren Reiz, doch komme die "Verschlungenheit der Melodieinstrumente in der Streicherversion besonders harmonisch" zur Geltung. "Seinen Ursprung nahm das Trio in einer Liebesklage, die Weber 1813 in Prag, gesungen auf eine alte deutsche Volksweise, gehört hatte: ,Schäfers Klagelied' - das Gedicht Johann Wolfgang von Goethes", sagt Katharina Cording. Entsprechend trägt der langsame dritte Satz die Überschrift "Schäfers Klage". Das Scherzo lasse "Mendelssohn'sche Elfen erahnen, die aber teils polternd agieren", befindet Cording. Das Finale des ständig zwischen Dur und Moll changierenden Weber-Opus ende "auf das Heiterste in einem überschwänglichen, lebensbejahenden Kehraus".

Starkes Stück Romantik

Als zweites Werk steht Felix Mendelssohn-Bartholdys Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66 (1845) auf dem Fahrplan. Dessen Kopfsatz bescheinigt Cording einen "regelrecht unheimlichen" Einstieg; im weiteren Verlauf gebe es "herzzerreißende" Momente und brodelnde Lava. Den langsamen Satz charakterisiert Cording als "Lied ohne Worte". Im Scherzo könne man erleben, "wie die Elfen aus dem ,Sommernachtstraum' einander necken und jagen". Im dramatisch startenden Finale komme es "zu einer Entwicklung, die das Werk in eine heilige Höhe führt: Es kristallisiert sich ein Choral heraus: ,Vor Deinen Thron tret' ich hiermit'". Beide Werke spielte das Klaviertrio auf CD ein. Dennoch wissen die Musiker, so Cording, "dass Musik in einem Konzert viel unmittelbarer erlebt, intensiver empfunden und nachhaltiger aufgenommen werden kann als vom Tonträger."

Samstag, 6. August, 20 Uhr, Rathausfestsaal. Der Eintritt ist frei.

saarbruecken.de

/sommermusik

Der deutsch-ungarische Pianist Martin Tchiba ist oft Gast bei der Sommermusik. Am Donnerstag, 4. August, lässt sich der in Saarbrücken und Basel ausgebildete, im nordrhein-westfälischen Velbert lebende Musiker um 20 Uhr in der Stadtgalerie mit einem Konzeptprogramm rund ums Thema "Klavier-Lieder" hören. Dabei verwebt Tchiba - er konzertiert international auf großen Festivals und hat zahlreiche CDs eingespielt - Noten von Felix Mendelssohn-Bartholdy , Ludwig van Beethoven , Franz Schubert und Robert Schumann mit modernen Stücken. Seine "Hauptidee" bringt Tchiba auf den knappen Nenner, dass "auf dem Klavier gesungen" wird. Den roten Faden bilden Mendelssohns "Lieder ohne Worte", ferner erklingen Schumann-Stücke aus den späten "Gesängen der Frühe", von Franz Schubert etwa "Gretchen am Spinnrade" in der "großartigen virtuosen Klaviertranskription von Franz Liszt ", zudem Beispiele aus Beethovens Acht Liedern op. 52, die Tchiba für Klavier adaptierte. Von dem ungarisch-niederländischen Komponisten Géza Frid (1904-1989) hat Tchiba den Choral für Klavier ausgewählt. Obwohl Frid Schüler von Béla Bartók und Zoltán Kodály war, so Tchiba, stehe sein Frühwerk, darunter auch der Choral, in der Tradition des Romantikers César Franck. "Für Frids zu Unrecht vergessene Musik habe ich mich sehr eingesetzt, auch Ersteinspielungen seiner Werke für eine CD gemacht."

Begeistert ist der Pianist nicht minder vom Opus "Corale" des zeitgenössischen ungarischen Komponisten Gyula Bánkövi (geb. 1966), eine Hommage an den berühmten italienischen Kollegen Luciano Berio. Miniaturen des deutsch-koreanischen Komponisten Kunsu Shim (geb. 1958) aus Düsseldorf, mit dem Tchiba eifrig zusammenarbeitet, komplettieren das Programm. "Seine '33 things', die immer wieder ins Programm eingeschoben sind", erläutert Tchiba, "sind trotz ihrer Kürze meditative Klavierstücke, in denen sich klangfarbenintensive Akkorde ins Melodische verflüchtigen."

Donnerstag, 4. August, 20 Uhr, Stadtgalerie. Eintritt frei.

Martin Tchiba. Foto: Kulturamt
Martin Tchiba. Foto: Kulturamt FOTO: Kulturamt