Dramatische Rettung in Saarbrücken

Die Saarbrücker Feuerwehr musste gestern Nachmittag fast gleichzeitig zu vier Einsätzen ausrücken. Insgesamt waren rund 70 Feuerwehrmänner an verschiedenen Orten in der Stadt im Einsatz.

Es war ein dramatischer Nachmittag gestern in Saarbrücken. In der Hohenzollernstraße brennt ein Treppenhaus. An den Fenstern zwei Männer. Einer steht im zweiten Stock und hat bereits von der Feuerwehr eine Rettungsmaske bekommen, die gegen den giftigen Rauch schützt. Er kann aber offenbar nicht auf die Rettungsleiter steigen, die von außen ans Fenster gestellt wurde. An einem weiteren Fenster, diesmal im ersten Stock, versucht zeitgleich ein Bewohner hektisch, das Fenster zu öffnen. Es klemmt erst, dann taucht sein Kopf aus dem Fenster auf. Er ist noch ohne schützende Maske. Die Einsatzkräfte entscheiden schnell. Sie nehmen die Leiter von dem einen Fenster weg und schicken einen Kameraden auf der Leiter zum zweiten Mann im ersten Stock hoch, um ihm die Maske zu bringen. Währenddessen versucht die Feuerwehr in der engen Straße, den Rettungskorb eines Einsatzfahrzeugs in Position zu bringen. Dutzende Schaulustige haben sich am Einsatzort versammelt. Viele filmen das dramatische Geschehen. Aus dem Gebäude dringen die Rauchschwaden. Der Qualm ist mittlerweile im ganzen Viertel zu riechen. Bei den Einsatzkräften ist keine Panik zu spüren. Jeder weiß, was zu tun ist. Schnell sind die Männer bei einem der Eingeschlossenen angekommen, helfen ihm in den Korb. Die ganze Zeit an seiner Seite im verrauchten Zimmer ist ein Feuerwehrmann. Er beruhigt den Mann und vergewissert sich, ob noch andere Menschen in der Wohnung sind. Später sagt Saarbrückens Feuerwehrchef Josef Schun dazu: "Es gibt den Kodex: "Wenn Kollegen erst mal einen Menschen an der Hand haben, lassen sie ihn nicht mehr allein."

Am Ende rettet die Feuerwehr sieben Bewohner aus dem Haus - und eine Katze. Ein Sofa im Treppenhaus habe gebrannt, sagt Schun. Schnell seien starker Rauch und große Hitze entstanden und die Bewohner in ihren Wohnungen eingeschlossen worden. Die sieben Geretteten hätten leichte Rauchvergiftungen erlitten, einer von ihnen wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Rund 40 Feuerwehrleute seien hier im Einsatz gewesen: ein Löschzug der Berufsfeuerwehr, dazu die freiwilligen Wehren aus Alt-Saarbrücken und Dudweiler.

Es war der Beginn einer Alarmserie: Fast zeitgleich gingen noch drei weitere Rettungsrufe bei der Haupteinsatzzentrale ein. In der Moltkestraße brannte in einer Wohnung ein Elektroherd. Weil die Feuerwehr davon ausgehen musste, dass Personen gefährdet sind, schickte sie einen weiteren Löschzug raus, heißt: vier Fahrzeuge, elf Kameraden und einen Einsatzleiter. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Zum Zeitpunkt des Feuers waren die Bewohner nicht zuhause.

Da sich nun zusammen mit dem Brand in der Hohenzollernstraße bereits alle Löschzüge der Berufsfeuerwehr im Einsatz befanden, mussten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren in Saarbrücken in ihre Gerätehäuser gerufen werden. Und sie wurden gebraucht. Denn der nächste Alarm kam vom Scheidterberg. Dort haben in der Beerenfeldstraße 100 Quadratmeter Wiese gebrannt. Hierher rückte die Freiwillige Feuerwehr Scheidt aus.

Der vierte Alarm an diesem Nachmittag kam vom Rodenhof. Eine verzweifelte Mutter hatte die Rettungskräfte gerufen. Sie hatte sich aus der Wohnung ausgeschlossen, während ihr einjähriges Kind sich noch in der Wohnung befand. Innerhalb von Minuten konnte die Freiwillige Feuerwehr aus Malstatt die Tür öffnen und die Mutter ihr Kind wieder in die Arme schließen.

Insgesamt waren bei den vier Einsätzen in Saarbrücken rund 70 Rettungskräfte im Einsatz. Josef Schun nach dem ereignisreichen Nachmittag: "Was die Kollegen in der Einsatzleitstelle geleistet haben, war bemerkenswert."