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Dorfleben ist alles andere als verpennt

wahlkampf Stellungnahme auf miserablem Niveau Zu: „Wadern braucht Bürgermeister, keinen Jägermeister“, SZ vom 1. Februar.



So, so, die Grünen läuten den Waderner Bürgermeister-Wahlkampf ein, das heißt sie werben um Stimmen. Für wen denn bitte? Man hat bisher nichts von einem Grünen Bürgermeister-Kandidaten gehört. Es gibt zwei Favoriten, die ich beide wählen könnte. Für wen ich mich letztendlich entscheide, hängt auch von der Berichterstattung in den Medien ab.

Was ich und mit Sicherheit sehr viele andere Bürger nicht wollen ist, dass ein Mitglied unseres Stadtrates in dieser Form und auf diesem miserablen Niveau zu einem Bürgermeisterkandidaten Stellung bezieht.

Ich kann nur sagen "Wehret den Anfängen". Knöpft sich jetzt der nächste "Möchtegern-Politiker" einen anderen Kandidaten vor und versucht diesen mit Themen, die aber gerade überhaupt nichts mit der Bürgermeisterwahl zu tun haben, in Misskredit zu bringen.

Klug wäre es, wenn eine Partei, die keinen Kandidaten stellt, darüber informiert, welche Ideen oder Projekte sie in Zukunft in Wadern realisieren möchte und mit welchem Kandidaten sich dies aus ihrer Sicht am ehesten realisieren lässt.

Ich möchte aber keine Abgeordneten im Stadtrat, die versuchen, sich mit unpassenden Wortspielereien zu profilieren. Wer zum Thema Bürgermeisterkandidat so redet, der redet auch bei anderen Themen dummes Zeug. Gerd Müller, Krettnich

Objektivität

Dorfleben ist alles andere als verpennt



Zu: "Terror der dörflichen Stille", SZ vom 31. Januar.

Ich, die selbst von Geburt an in einem Dorf lebt, würde sehr gerne ein paar Dinge zu Ihrem Artikel anmerken. "Zum einen fallen hier ausgesetzte Menschen oft in eine halbschlafartige Trance", was heißt denn "ausgesetzt"? Darf man in Hessen nicht selbst entscheiden, wo man leben möchte? Wird man dort wie ein Tier, das niemand haben möchte, ausgesetzt? In Merzig ist dies nicht der Fall: Die Leute hier suchen sich nämlich selbst aus, wo sie leben möchten. Vielleicht ist Ihnen noch nicht der Gedanke gekommen, dass es durchaus Menschen gibt, die sich bewusst für diese "Stille, die einen an den Rand des Wahnsinns treibt", entschieden haben, um mal von der Arbeit und dem Alltagsstress abzuschalten zu können.

Auch mit der von Ihnen geschilderten Beobachtung, dass es hier Leute gibt, die "gänzlich Unverständliches vor sich hin brabbeln", kann ich nur sagen, dass jedes Dorf einen individuellen Dialekt hat und man das natürlich nicht verstehen kann, wenn man nicht aus dieser Region stammt. Ich denke, dass es wohl für die "Merziger" durchaus verständlich ist.

Und dass "wir" stundenlang regungslos mit Gartenwerkzeug herumstehen, wage ich auch zu bezweifeln, denn - kaum zu glauben - auch Menschen, die im Dorf leben, sind gebildet, haben ein geregeltes Arbeitsleben und einen Haushalt zu führen. Sie sind auch keine "zwanghaften Autowäscher", nur weil sie - wie viele andere - ein gepflegtes Auto präsentieren möchten. Wer fährt nicht gerne mit einem sauberen Pkw durch die Welt? Betrachtet das Dorfleben objektiv: wir sind nicht "verpennt". Auch wir stehen ziemlich früh auf und suchen keinen Grund für eine Sitzung, um uns "die Lichter auszuknipsen". Im Gegenteil, hier treffen sich die Menschen, um über Dinge wie einen neuen Spielplatz bauen oder die Gestaltung des Dorffestes zu sprechen. Dies benötigt Planung.

Zu der Behauptung, dass die Webseite des Ortes Mechern nicht aktuell sei, muss ich sagen, laut meiner Recherche stammt der letzte Eintrag von Dezember 2013 und nicht - wie beschrieben - von 2007. Außerdem sollte man eventuell als "Zugereister" sich doch die Mühe machen, die Bräuche zu hinterfragen, anstatt zu behaupten: "Es werden Brote vom Kirchturm geworfen". Dieser so genannte "Bopentag" (frz. Le bon Pain = das gute Brot) erzählt von der Armut der hungrigen Wallfahrer im frühen Christentum. Bauern warfen Brot aus Häusern und Kirchen, um den Wallfahrern Essen zu spenden.

Ich fand diesen Artikel nicht lustig, sondern hatte das Gefühl, dass man sich über die Dörfler lustig machen wollte.

Silvia Bollinger,

Büdingen

Leistungsträger

Unterstützung bei den Kita-Gebühren

Zu: Kitaplätze werden immer teurer", SZ vom 22. Januar.

Wie kann es sein, dass ein berufstätiges Ehepaar mit vier Kindern keine Unterstützung bei den Kita-Gebühren erhält? Schließlich sind beide Elternteile Leistungsträger für unsere Gesellschaft, die diese auch immer fordert und braucht. Es scheint, als würde hier das Motto "Wer arbeitet und Kinder großzieht, ist der Dumme" greifen. Ich appelliere hiermit an die Gemeinde Beckingen, die Familie Scholer bei den Kita-Gebühren zu unterstützen.

Birgit Kammer,

Merzig