„Differenzen“ bei den Besucherzahlen des Weltkulturerbes

„Differenzen“ bei den Besucherzahlen des Weltkulturerbes

Die Verwaltung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte (WVH) hat gegenüber dem Rechnungshof Differenzen und „Unlogiken“ bei der Zählung der Besucher eingeräumt. Elektronisch registrierte Werte wurden „manuell“ ergänzt.

. Eintrittsgelder sind mit Abstand die wichtigsten eigenen Einnahmen des Weltkulturerbes Völklinger Hütte (WVH). Deshalb haben die Prüfer des Landesrechnungshofes bei ihrem Kontrollbesuch in der Industriekathedrale auch versucht, das Kassensystem und die Methoden der Besuchererfassung zu durchleuchten. So wird in dem Prüfbericht, der unserer Zeitung vorliegt, in einer Tabelle aufgelistet, dass in den Jahren 2005 bis 2011 rund 880 300 Gäste 6,24 Millionen Euro Eintrittsgeld bezahlt haben. Die erfolgreiche Keltenausstellung war demnach der Grund, dass das Jahr 2011 mit 1,72 Millionen Euro Eintritt und 213 413 Gästen Kassen- und Besucherrekord brachte.

Bei der Erfassung der Besucher stießen die Prüfer aber auf Merkwürdigkeiten. Nach einer Auskunft der WVH-Verwaltung wurden die Zahlen, die ein Drehkreuz des elektronischen Kassensystems lieferte, "manuell" um die Gäste erhöht, die nicht an der Kasse vorbei kamen. Die Differenz zwischen elektronisch gezählten und dann manuell ergänzten Besucherzahlen fällt in einigen Jahren sehr deutlich aus. Die Prüfer notieren für 2007 sogar eine Verdoppelung der elektronisch registrierten Besucher (von 119 000 auf 238 000). Für 2005 wird die Differenz mit 22,7 Prozent festgehalten, für 2006 mit 77,5 Prozent. Für die Jahre 2011 und 2012 müssen dann erstaunlicherweise die elektronisch erfassten Besucherzahlen manuell geringfügig nach unten korrigiert worden sein. In der Statistik sind für 2011 elektronisch 213 413 Besucher gemeldet, "elektronisch/manuell" aber nur 212 263, also 1150 oder 0,5 Prozent weniger. Für 2012 liegt die Differenz bei 357. Die Prüfer baten deshalb die WVH-Verwaltung um eine Erklärung. Sie bekamen die Antwort, "dass es tatsächlich Differenzen bzw. Unlogiken" gebe.

Die WVH-Besucher vom Rechnungshof halten ausdrücklich fest, "die manuelle Komponente im Besuchererfassungssystem" sei nicht nachvollziehbar. Sie reklamieren eine "qualifizierte Einlasskontrolle", die eine "exakte und nachvollziehbare Zählung aller Besucher" gewährleiste. Nur die Werte, die ein solches System liefere, dürften künftig auch in die "Erfolgsbeurteilung" von Veranstaltungen und Projekten einbezogen werden.