Diesmal ist Musik Trumpf

Saarbrücken. Was lange währt. . .  Etliche Jahre hat man in Saarbrücken versucht, eine anständige Fête de la Musique hinzubekommen. Immer wieder gab es vielversprechende Ansätze - die dann leider allesamt wieder im Sand verliefen

Saarbrücken. Was lange währt. . . Etliche Jahre hat man in Saarbrücken versucht, eine anständige Fête de la Musique hinzubekommen. Immer wieder gab es vielversprechende Ansätze - die dann leider allesamt wieder im Sand verliefen. Und als vor vier Jahren der CDU-Stadtverordnete Richard Borg darauf drang, dass Saarbrücken ein solches Musikfest brauche, waren die Begeisterung und auch der Erfolg zunächst eher mau. Aber jetzt sieht es so aus, als bekämen wir in der "französischsten Stadt Deutschlands" doch noch die Kurve. Das Programm am Sonntag jedenfalls kann sich sehen lassen. Sage und schreibe 37 Gruppen machen mit. Es gibt von 11 Uhr morgens bis um 22 Uhr an allen Ecken und Enden der Stadt Musik. Besonders schön ist, dass auch viele Kneipen mit von der Partie sind.

Bühne für Eigengewächse

Die Hauptbühne ist auf dem St. Johanner Markt. Tagsüber kommen hier vor allem städtische Eigengewächse zum Zug. Die Chanson-Gruppe der Musikschule, "Café de Paris", und das Jazz-Ensemble der Schule machen ab 14 Uhr Programm, bevor um 17 Uhr die Stadtkapelle loslegt. Für den Abend hat sich dann des Saarlands erfolgreichste Chanson-Band, "Die Schoenen", angesagt.

Auch in der Bahnhofstraße lohnt sich am Sonntag das Flanieren. Bei Thalia und vor Karstadt wird Musik gemacht. Von afrikanischen Trommel-Rhythmen bis Country und Folk reicht hier die Palette.

Wer seinen Sonntag als musikalischer Flaneur verbringen will, kann sich eine schöne Route zusammenstellen. Zum Frühschoppen an den Ulanen-Pavillon, wo es um 11 Uhr mit Rock- und Folksongs von Bobby, Fredi and Friends losgeht. Später empfiehlt sich ein Schlenker auf die andere Saarseite zum Stadtstrand Big Island. Ab 14.30 Uhr wird hier vor allem Jazz gemacht - am Abend um 18 Uhr zum Beispiel von der Jazz AG des Ludwigsgymnasiums. Danach könnte man mit dem Rad an der Saar entlang Richtung Congresshalle fahren. Denn auch dort, im Biergarten des Bistros, ist ab 15 Uhr volles Programm - unter anderem mit der Kinder-Rock-Band "Die Schulrocker". Am Abend gibt es noch Reggae und Pop mit 12t Sushi. Ein paar Hundert Meter weiter, im Bürgerpark, ist ebenfalls was los. Im Rondell spielen ab 14 Uhr verschiedene Schul-Orchester und später die Gruppe Al Dente und der Chor Simba.

Wer mag, macht noch einen Abstecher in den Deutsch-Französischen Garten. Dort spielt im Rahmen des Jagderlebnistages unter anderem das Orchestre Symphonique SaarLorraine.

Gegen Abend, zwischen 18 und 20 Uhr, steigen die Saarbrücker Kneipen und das Kulturzentrum Breite 63 in Malstatt in den Tag der Musik ein. In der Breite 63 spielt die Celtic Folk Gruppe Myrddin. An Saarbrücker Kneipen sind dabei: das Kurze Eck und die Bar Central in der Nauwieser Straße, "Die wilde Ente" in der Saarstraße, das Domicil Leidinger in der Mainzer Straße, der Innenhof des Hotels Fuchs in der Kaltenbachstraße und natürlich der Feuchte Ludwig am Ludwigsplatz. Hier spielen die Matadoren der Saarbrücker Fête de la Musique schlechthin: Savoy Truffle. Die sorgten hier schon öfter dafür, das am 21. Juni Stimmung war. Und das werden sie gewiss wieder tun - vorausgesetzt, Petrus spielt mit. Denn bei strömendem Regen werden natürlich nicht alle Open-air-Konzerte stattfinden können. bre

Infos: Kulturamt, Telefon (0681) 9 05 49 52.

www.saarbruecken.de

Hintergrund

Die Fête de la Musique (Fest der Musik) ist eine Erfindung des früheren französischen Kulturministers Jack Lang. Mit diesem Musikfest soll der Sommer begrüßt werden. Mitmachen können alle Musiker aller Sparten, aber sie bekommen im Allgemeinen keine Gage. Die Konzerte finden meistens im Freien statt und sind kostenlos. Die erste Fête de la Musique fand 1982 in Paris statt. Inzwischen wird in 340 Städten weltweit - 60 davon in Europa - gefeiert.

www.FêtedelaMusi

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