Dieser Asphalt kommt wieder weg

Asphalt in der Altstadt, wo bislang Pflaster war: Dieser nicht gerade schöne Anblick warf bei Barbara und Siegfried Achterberg die Frage auf, wie lange das so bleibt. Die Stadt sagt, es handelt sich um eine Provisorium.

Als Siegfried Achterberg mit seiner Frau Barbara über den St. Johanner Markt spazierte, war das Ehepaar doch sehr erstaunt. "So was erwartet man nicht am St. Johanner Markt", sagt Achterberg und meint den Teerbelag in der Kaltenbachstraße, wo vorher Kopfsteinpflaster die Straße zierte. "Die Pflastersteine machten einfach den Charme der Straße aus. Diese riesige Teerstraße sieht hingegen nicht wirklich gut aus." Zwar habe Siegfried Achterberg vor Monaten davon gehört, dass das Pflaster saniert werden soll, - "wegen der Stöckelschuhe der Frauen, damit die da besser gehen können" -, doch an ein "Teer-Provisorium" glaubt der Leser-Reporter nicht.

"Dafür sieht das viel zu professionell aus. Und aus einem Provisorium, das für ein Jahr geplant war, werden schnell mal zwanzig Jahre." Achterberg und seine Frau befürchten, dass die geteerte Kaltenbachstraße Touristen verschrecken und am Ende das Flair des Marktes verloren gehen könnte.

Robert Mertes von der Stadt Saarbrücken gibt auf SZ-Anfrage aber Entwarnung. "Nachdem die Stadt Saarbrücken bereits im letzten Jahr das Kopfsteinpflaster auf dem Kaltenbachplatz saniert hat, wird seit Anfang März nun in der Kaltenbachstraße gearbeitet." Die Pflastersteine wurden dazu entfernt und der Untergrund provisorisch asphaltiert.

"Über die Sommermonate bleibt diese Asphaltdecke, damit die Gastronomen die Außenflächen nutzen können", erläutert der Sprecher der Stadt und fügt an: "Natürlich haben wir uns auch mit dem Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb und den Stadtwerken abgesprochen, sodass bei Bedarf die Sanierungen der Leitungen und des Pflasters in einem Aufwasch gemacht werden können."

Ab September sollen die Leitungen und die Hausanschlüsse saniert werden, ab Januar 2014 würden die Gas-, Wasser- und Stromleitungen überholt.

Erst ab April 2014 soll dann - so der Plan - die Straße in mehreren kleinen Bauabschnitten mit den alten Steinen wieder bepflastert werden.

"Der Pflasterbelag wird verfugt und die Oberfläche geglättet. Dadurch wird die Fläche beispielsweise für Rollstuhlfahrer besser nutzbar", sagt Mertes. Das neue Pflaster dürfe aber nach dem Verlegen 14 Tagen nicht betreten werden. Bis wieder jeder Stein an seinem Platz liegt, wird es Frühjahr 2015. Dann soll, so die Stadt, die Kaltenbachstraße "wieder so aussehen wie vorher". Eine Sanierung einer vergleichbar großen Fläche ist Mertes zufolge im Anschluss nicht geplant.

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von den SZ-Lesern Barbara und Siegfried Achterberg aus Saarbrücken. Wenn Sie Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leser-reporter@sol.de.