Die Zeit eilt gerade nicht

SZ-Redakteur Martin Rolshausen fragt sich: Ist die Zeit für irgendetwas gekommen, und wir haben es nur noch nicht bemerkt?

 Die Rathausuhr ist stehen geblieben. Foto: Becker&Bredel

Die Rathausuhr ist stehen geblieben. Foto: Becker&Bredel

Foto: Becker&Bredel

Es ist 20 Minuten vor Fünf - seit Tagen schon. Jedenfalls will uns das die Uhr am Rathausturm weismachen. "Die Zeit eilt" steht über der Uhr. Die Zeiger selbst haben aber keine Eile mehr. Sie sind erstarrt. Vor Schreck? Und wenn ja: Was hat sie innehalten lassen?

Die Spekulationen schießen ins Kraut. Lässt sich aus dem Zustand der wichtigsten Uhr der Stadt schließen, dass die Uhren im Rathaus nicht nur anders, sondern jetzt gar nicht mehr gehen? Ist da irgendjemandem etwas zu sehr auf den Zeiger gegangenen? Tickt da mehr als nur die Uhr nicht mehr richtig? Ist die Zeit für irgendetwas gekommen, und wir haben es nur noch nicht bemerkt? Sollten wir über unser Leben nachdenken?

Der Blick zum Turm wirft große Fragen auf. Auch die, ob die Uhr um 20 Minuten vor Fünf am Morgen oder am Nachmittag stehen geblieben ist. Ist es also 16.40 oder 4.40 Uhr? Das weiß man auch im Rathaus nicht. Auch warum die große Uhr stehen geblieben ist, wisse man nicht, sagt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Aber heute werde die Uhr repariert.

Die Zeit eilt also auch am Rathaus wieder und reißt all die Fragen mit sich. Aber das spielt keine Rolle, denn Antworten bekommt man eh nicht, wenn man auf eine kaputte Uhr schaut, sondern nur, wenn man selbst innehält.

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