Die Zecken sind wieder aktiv

Nicht jede Zecke trägt einen Erreger in sich, der eine Lyme-Borreliose oder eine Hirnhautentzündung (FSME) auslösen kann. Doch wenn die Zecke infiziert ist, kann es auch für den Menschen gefährlich werden, wenn sie zubeißt.

Infizierte Zecken sind um diese Jahreszeit keine Seltenheit. Die häufigste Folge eines Zeckenstiches ist die sogenannte Lyme-Borreliose. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit durch die Übertragung von Bakterien. Die Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, sagt dazu: "Insgesamt liegt das Saarland eher im unteren Gefährdungsbereich." Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sollten Menschen, die sich im Freien aufhalten, schützende Kleidung tragen. Michael Kulas, Vorsitzender des Saarländischen Hausärzteverbands, rät jedoch zu erhöhter Aufmerksamkeit. "Wenn ich eine Zecke sofort erkenne, dann strebt die Wahrscheinlichkeit, an Borreliose zu erkranken, gegen null", sagt der Mediziner.

Symptome der Früherkennung gebe es bei Borreliose nicht, da die Bakterien in der Regel bis zu sechs Wochen unbemerkt im Körper verweilen. Ein typisches Merkmal für eine Borreliose-Erkrankung ist die sogenannte Wanderröte, eine Rötung der Haut, die einen Kreis um die Einstichstelle bildet.

In einigen Fällen breche die Krankheit jedoch erst nach Jahren aus, sagt Kulas. Eine Schutzimpfung gibt es bisher nicht. Jedoch sei Borreliose gut mit Antibiotika behandelbar. Hausärzte könnten die Krankheit in der Regel "erkennen und therapieren", so Kulas. "Zurzeit gibt es im Saarland ausreichend Hausärzte ", bekräftigt der Mediziner. Lediglich in Merzig-Wadern droht laut Kulas eine Unterversorgung, die sich "in den nächsten fünf Jahren jedoch wieder erledigen" könnte.

Im Falle der Viruserkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls durch Zeckenstiche übertragen wird, ist die Behandlung schwieriger. Lediglich die Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen könnten bei der Hirnhautentzündung gelindert werden. Daher empfiehlt das Gesundheitsministerium seit Juni 2013 für das gesamte Saarland eine Schutzimpfung gegen FSME. Nach Angaben der Behörde hat es im Sommer 2008 im Saarland erstmals drei FSME-Infektionen gegeben. Weitere folgten in den Jahren 2009 und 2011. Als möglicher Ansteckungsort wurde in allen Fällen der Raum St. Ingbert-Rohrbach ermittelt. Gesundheitsministerin Monika Bachmann bittet die saarländische Bevölkerung auch in diesem Jahr "um besondere Vorsicht". Nach Angaben des RKI zählt der Saarpfalz-Kreis seit 2012 zu den Gebieten mit einer erhöhten Infektionsgefahr.

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