Die Welt der heimischen Tiere ist auch im Winter einen Ausflug wert

Die Welt der heimischen Tiere ist auch im Winter einen Ausflug wert

Einsteigen, ankommen, staunen. Ein großes Stück Natur liegt nur eine knappe halbe Stunde von unserer Region und ein paar Bus- oder Pkw-Fahrminuten von der Saarbrücker Innenstadt entfernt. Ganze siebzehn Hektar groß ist die grüne - und in der Winterkälte weithin weiße - Oase am Rande der Stadt. Die Rede ist vom Wildpark St. Johann in der Nähe der Universität des Saarlandes

Einsteigen, ankommen, staunen. Ein großes Stück Natur liegt nur eine knappe halbe Stunde von unserer Region und ein paar Bus- oder Pkw-Fahrminuten von der Saarbrücker Innenstadt entfernt. Ganze siebzehn Hektar groß ist die grüne - und in der Winterkälte weithin weiße - Oase am Rande der Stadt. Die Rede ist vom Wildpark St. Johann in der Nähe der Universität des Saarlandes. Saarbrücken feierte im vergangenen Jahr das 80-jährige Bestehen dieses Ausflugszieles. Erstmals öffnete der Wildpark 1929. Er wurde allerdings 1939 zerstört. Erst 1956 begann der Wiederaufbau. Knapp zwanzig Jahre später stand noch einmal eine Generalüberholung an. Im Park sind heute gut 20 Tierarten zu Hause. Anders als im Zoo beherbergt der Park aber keine Exoten. Er ist vielmehr Lebensraum für Schwarzwild, Wisent, Mufflon, Nordfuchs, Kaninchen, Fasan. Diese Tierarten und viele mehr leben dort in artgerechten und natürlich gestalteten Gehegen. Eine hügelige Waldlandschaft mit vielen Bäumen bietet den tierischen Bewohnern abwechslungsreichen Lebensraum. Die Spazierwege werden gern und oft genutzt, der Eintritt ist frei. Außer den Tieren hat der Wildpark ganzjährig noch einiges mehr zu bieten. Ein Geologiepfad, der gemeinsam mit dem Saarwaldverein entstand, bringt den Besuchern die wichtigsten Steinarten aus verschiedenen Erdzeitaltern und Kontinenten näher. Dabei steht ein roher Stein oft neben einem bearbeiteten. So lernt man, wozu Industriebetriebe die Steine verarbeiten. In der parkeigenen Schutzhütte zeigt eine Holzausstellung, welche Baumarten im Stadtwald beheimatet sind und wie unterschiedlich deren Rinden und Hölzer sind. Darüber hinaus können die kleinen Besucher mehrmals pro Woche Ponys reiten. Unter dem Motto "Natur hautnah erleben und begreifen" gibt es im Park einmal im Monat Treffen der "Wildlinge". Sie gehen auf eine Initiative der Naturschule Saar zurück. Dabei machen sich etwa ein Dutzend Kinder mit einer Naturpädagogin auf Spurensuche im Wildpark und dem angrenzenden Stadtwald. Zum 80. Parkgeburtstag hat die Stadt, unterstützt von der Sparkasse Saarbrücken, den Wildpark verschönert. Drei Rundwege wurden erneuert, drei neue Orientierungstafeln aufgestellt, ein Rehtälchen errichtet und die Wildgehege mit Tiersymbolen ausgestattet. Die Rundwege sind farblich gekennzeichnet und weisen auf Strecken zwischen 750 und 1750 Metern hin, die an den Gehegen vorbeiführen. Der Winter hat seinen eigenen Reiz im Wildpark. Einige Tiere verstecken sich zwar, um der Kälte besser trotzen zu können. Der Fuchs hat sich jetzt meist ebenso im Bau verkrümelt wie die Kaninchen. Andere Parkbewohner sind dagegen gut zu beobachten. Etwa das Damwild, dessen Fell sich klar vom Weiß des Schnees abhebt. Und wer nach dem Spaziergang etwas Warmes braucht, kann sich im Wildpark-Pavillon stärken.

Mehr von Saarbrücker Zeitung