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Die Vize-Weltmeisterin

Volle Kraft voraus: Svenja Thös (LAZ Saarbrücken) kämpfte sich in Zell am See (Österreich ) durch die Hitze und gewann in ihrer Altersklasse WM-Silber beim Ironman. Foto: thös
Volle Kraft voraus: Svenja Thös (LAZ Saarbrücken) kämpfte sich in Zell am See (Österreich ) durch die Hitze und gewann in ihrer Altersklasse WM-Silber beim Ironman. Foto: thös FOTO: thös
Saarbrücken. 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. Das ist ein Ironman 70.3. Svenja Thös wurde in der Altersklasse 18 bis 24 nun Vizeweltmeisterin der Amateure über diese Distanz. Sebastian Weisbrodt

Nach einem schweißtreibenden Rennen bei einer Temperatur von fast 35 Grad konnte Svenja Thös nach genau vier Stunden, 52 Minuten und 35 Sekunden den nächsten großen Erfolg ihrer Karriere feiern. Die Amateur-Triathletin des LAZ Saarbrücken schaffte es beim "Ironman 70.3" im österreichischen Zell am See in ihrer Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen auf Rang zwei. Da bei der Veranstaltung auch die Weltmeister ermittelt wurden, darf sie sich nun Vizeweltmeisterin nennen. Schneller als die Friedrichsthalerin war nur die Britin Lucy Charles, die die Ironman-Halbdistanz (70,3 Meilen, 113 Kilometer) in vier Stunden und 46 Minuten absolvierte.

Nachdem Thös die Ziellinie überquert hatte, zeigte sie sich überglücklich: "Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ich war mir nicht ganz sicher, ob mein Fuß hält. Es ist einfach toll, wieder voll mitmischen zu können. Und der zweite Platz unter diesen Bedingungen ist natürlich grandios." Im Mai hatte sich die 24-Jährige noch bei einem Rennen der gleichen Serie, dem "Ironman 70.3" auf Mallorca, auf der Laufstrecke einen Ermüdungsbruch im Fuß zugezogen. Damals biss sie auf die Zähne und gewann das Rennen sogar noch. Anschließend ließ sie bei ihrer nächsten Teilnahme in Wiesbaden die Laufstrecke aus. Seit ihrer Verletzung war sie nicht mehr unter Wettkampfbedingungen gelaufen und hat ihren Fuß nicht mehr voll belastet.

Nach dem Startschuss in Österreich kam Thös nach 29 Minuten und 12 Sekunden aus dem Wasser und lag zu diesem Zeitpunkt noch auf Platz 20. "Da war ich auch schon schneller. Eine mäßige Zeit", wie sie zugab. Besser lief es im Anschluss auf dem Fahrrad. Auf der Strecke, die den Teilnehmern mit 950 Höhenmetern viel abverlangte, machte die Saarländerin Platz um Platz gut und wechselte schließlich als Dritte zu ihren Laufschuhen. "Das war eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke, sehr anspruchsvoll. Und wenn dann noch so eine Zeit dabei herauskommt, ist das natürlich umso schöner", freute sich Thös, die mit einer Zeit von etwas mehr als zwei Stunden und 36 Minuten die schnellste ihrer Altersgruppe auf zwei Rädern war. Der für sie entscheidende Punkt des Rennens folgte im Anschluss: "Ich bin natürlich etwas zaghaft auf die Strecke gegangen. Aber mir wurde schnell klar, dass der Fuß hält und ich die Strecke schaffe. Am Ende ist aber eben nicht die beste Zeit für mich herausgesprungen. Lucy Charles konnte ich nicht mehr in Bedrängnis bringen." Gereicht hat die Laufleistung aber, um die Amerikanerin Laurence Delisle zu überholen, die auf dem dritten Platz landete. Im Gesamtergebnis aller Athletinnen reichte ihre Zeit für den 38. Rang.

Svenja Thös führt mit der diesjährigen Vizeweltmeisterschaft die Reihe ihrer internationalen Erfolge fort. 2012 errang die Triathletin beim Ironman in Las Vegas den Titel der Weltmeisterin , 2013 folgte die Vizeeuropameisterschaft in Wiesbaden und im vergangenen Jahr wurde sie Deutsche Meisterin im Kraichgau und Dritte bei der WM in Kanada.