Die Vielfalt macht's der Jury schwer

Fünf Frauen bewerben sich dieses Jahr für den Nachwuchspreis „Junge Kunst in der Aula“. Julia Lutz und Julia Johannsen haben schon mehrfach ausgestellt. Maria Zakharine, Victoria Kleinbauer und Mona-Sophie Schwörer-Breitenbach zeigen ihre Arbeiten zum ersten Mal.

"Junge Kunst in der Aula" nennt sich ein Wettbewerb, den der Kunstverein Sulzbach in Zusammenarbeit mit der Stadt Sulzbach seit sechs Jahren veranstaltet. Gedacht ist er für Nachwuchskünstler, die nicht zwingend ein Kunststudium absolviert haben. In diesem Jahr haben sich die Organisatoren für die "Freie Kunst" entschieden: Die Bewerber konnten ihre Arbeiten ohne weitere Vorgaben einreichen. Dotiert ist der Preis, der am Sonntag, 27. April, verliehen wird, mit 500 Euro. Dass es eine Gewinnerin geben wird, steht schon fest - alle fünf ausgewählten Künstler sind Frauen. Die Entscheidung der Jury dürfte spannend werden, obwohl sich zwei der ausstellenden Künstlerinnen bereits einen Namen gemacht haben. Sowohl Julia Lutz als auch Julia Johannsen haben eine ausgeprägte und individuelle Bildsprache gefunden und ihre Werke bereits mehrfach in Saarbrücken ausgestellt. Julia Lutz, Meisterschülerin von Professor Sigurd Rompza, malt "nur" rechteckige Farbblöcke aus Tusche. Diese Farbblöcke sind allerdings zart und transparent und ergeben erstaunlich leichte und lichte Arbeiten. Julia Johannsen bevorzugt eine kräftige, expressive Malerei. In ihren Gemälden hat sie sich ganz auf die Farbe Blau spezialisiert, die in verschiedenen Texturen abwechslungsreich auf die Leinwand gebracht wird. Ganz anders sind dagegen die Arbeiten von Maria Zakharine. Sie ist studierte Modedesignerin aus Moskau, die als Kostümmalerin am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken arbeitet. Dementsprechend zeigt sie professionelle Modezeichnungen und Seidenmalerei, die ebenfalls von Modeentwürfen inspiriert wird. Victoria Kleinbauer stammt aus Kirgistan und hat sich der traditionellen Malerei verschrieben. Sie stellt zarte, aber sehr detaillierte Blumenbilder und verspielte Porträts aus. Die Arbeiten von Mona-Sophie Schwörer-Breitenbach komplettieren die abwechslungsreiche Ausstellung. Ihre unkonventionellen Schwarzweiß-Fotografien werden von kleinen, feinen Druckgrafiken ergänzt, die vermuten lassen, dass die Entscheidung der Jury zur Vergabe des Preises nicht leicht fallen wird.