Die vielen Leben der Bahnhofstraße

Die Bahnhofstraße wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Um ihre Bedeutung für Saarbrücken und das Saarland zu würdigen, bringt das Archiv der Landeshauptstadt am 12. November, begleitet von einer Ausstellung, das Buch mit dem Titel "Schaufenster des Lebens" heraus (wir berichteten).

Hauptautor des Werkes ist der Leiter des Stadtarchivs, Hans-Christian Herrmann. Vorab zeigt die Saarbrücker Zeitung eine Auswahl der rund 400 Fotos, die in dem Buch erscheinen werden.

Die Bilder zeigen, wie aus einem beschaulichen Ort eine Verkehrsader und bedeutende Einkaufsmeile wurde. Der Aufschwung der Bahnhofstraße begann mit dem Bau des Bahnhofs St. Johann 1852. Immer mehr Menschen und damit auch Unternehmergeist reisten mit dem Zug in die Stadt. Die alte Eleganz der Einkaufsmeile lassen die Fotos aus der Völkerbundzeit erahnen. Auch das Aufblühen nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist dokumentiert und mit ihr auch die Kriegsschäden, die noch nach Jahrzehnten das Bild prägten.

Und die Bahnhofstraße war auch immer politische Bühne. Ein Beleg ist das Foto (links) vom April 1968. Damals protestierten saarländische Bauern gegen die Landwirtschaftspolitik der Bundesregierung. Zum Hintergrund: Hermann Höcherl war damals Bundeslandwirtschaftsminister und Karl Schiller Finanzminister. Die Bauern zogen mit ihren Traktoren und Plakaten durch die Bahnhofstraße und sorgten für Aufsehen.

Das Stadtarchiv ist weiter auf der Suche nach Informationen und Erinnerungen zur Bahnhofstraße . Wer Interessantes beitragen möchte, wendet sich bitte an das Stadtarchiv Saarbrücken , Deutschherrnstraße 1, 66117 Saarbrücken , Tel. (06 81) 9 05 12 58, E-Mail-Adresse: stadtarchiv@saarbruecken.de.