Die Suche nach einer Heimstätte für den Radfahrer-Bund

Der Saarländische Radfahrer-Bund will eine BMX-Bahn bauen, um eine olympische Sportart anzusiedeln und gleichzeitig eine Heimstätte zu bekommen. Seit 2007 laufen die Planungen. 2014 scheiterte der Kauf eines Stadions in Dudweiler.

"Im Gegensatz zu anderen Sportarten, die im öffentlichen Raum mit Fußballplätzen und kommunalen Sporthallen über eine gute Infrastruktur verfügen können, sind wir Radfahrer auf das angewiesen, was uns der öffentliche Verkehrsraum darbietet", sagt Jörg Aumann . Der Vize-Präsident des Saarländischen Radfahrer-Bundes (SRB) erklärt: "Von daher sehen wir uns in der Verantwortung, unsere Sportler so zu schulen, dass sie ihr Sportgerät im Wald und auf den öffentlichen Straßen so bewegen können, dass sie für sich und andere keine Gefahr darstellen." Dieser Verantwortung will der SRB mit dem Projekt "Richtig Radfahren in der Grundschule" und einem kostenfreien Schnupperjahr für Kinder gerecht werden.

Großprojekt seit 2007 im Blick

Seit 2007 treibt den SRB in Sachen Infrastruktur auch ein Großprojekt um: der Bau einer BMX-Supercross-Bahn. Erst fehlte das Geld, nun ein geeigneter Ort. "Von einem Scheitern würde ich nicht sprechen. Es ist nach wie vor unser größtes Ziel, eine Heimstatt für den SRB zu finden", sagt Verbandspräsident Peter Koch. Der Kauf des Stadions Brennender Berg in Dudweiler scheiterte 2014. Das dort geplante Velodrom sollte im Innenraum der flach geneigten 333 oder 400 Meter langen Radrennbahn eine BMX-Supercross-Bahn beinhalten. Der Standort Dudweiler wäre für den SRB auf Grund der Nähe zum Olympiastützpunkt in Saarbrücken ideal gewesen. Seit 2008 ist Supercross eine olympische Sportart. Laut Koch gibt es in Deutschland keine Trainings- und Wettkampfbahn. "Genau das ist die Chance, die man erkennen muss: Wir könnten eine olympische Radsportart hier angliedern, die das Fundament des Olympiastützpunktes stärkt", meint Koch.

Bund lehnt Mitfinanzierung ab

2013 habe man in einem gemeinsamen Antrag an das Bundesministerium des Innern um Mitfinanzierung des Gesamtprojekts gebeten. Es wurden 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagt. Der Antrag wurde abgelehnt. Deshalb ersucht der SRB nun in zwei Schritten die finanzielle Unterstützung des Bunds.

Das Geld für die Supercross-Bahn hat der SRB nach eigenen Angaben zusammen: Die etwa 400 000 Euro sind laut Koch "ausfinanziert. Die Supercross-Bahn könnten wir sofort erstellen. Sie würde sich durch Veranstaltungen und Nutzung von Spitzensportlern aus allen anliegenden Regionen selbst tragen".

Das Geld würde, so Koch, vom Landessportverband für das Saarland (LSVS), dem Bund Deutscher Radfahrer , der Sportplanungskommission und zu einem bescheidenen Teil vom SRB kommen. Der SRB stehe mit dem neuen LSVS-Präsidenten Klaus Meiser in Gesprächen über die Zukunft des Projekts.