Die sportliche Bleibe für junge Flüchtlinge

Die Sportfreunde Heidstock unterstützen seit knapp zweieinhalb Jahren Jugendliche mit Migrationshintergrund. Der Fußballverein stellt ihnen die Sportstätte zur Verfügung, versorgt sie mit Trikots, Bällen und Fußballschuhen.

Seit mehr als zwei Jahren machen sich die Sportfreunde Heidstock für jugendliche Flüchtlinge, meist aus Afghanistan oder afrikanischen Ländern wie Libyen, Ghana oder Togo, stark. "Alles fing an im November 2011. Damals tauchten öfters einige Jugendliche mit Migrationshintergrund während unserer Trainingszeiten auf dem Sportplatz auf und schauten zu. Da sie für die Jahreszeit sehr spärlich bekleidet waren, fielen sie uns natürlich sofort auf", erinnert sich Andreas Schmidt, der Spielausschussvorsitzende.

Er und die Vereinskollegen kamen schnell mit den Jungs ins Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass sie im nahe gelegenen "Clearinghaus", einer Aufnahmestation für jugendliche Flüchtlinge, untergebracht sind. "Wir als Verein haben uns gesagt, dass wir sie hier integrieren möchten und so haben wir ihnen klar gemacht, dass sie unsere Sportanlage außerhalb der Trainingszeiten zum Kicken nutzen können", sagt Schmidt. Waren es anfangs nur eine Handvoll Jugendliche, wurden es mit der Zeit immer mehr - mittlerweile sind es 20 bis 30 Jungs, die nahezu täglich zum Fußballspielen auf dem Sportgelände der SF Heidstock erscheinen.

"Wir lassen ihnen abends auch gerne das Flutlicht länger angeschaltet und bieten ihnen die Möglichkeit, unsere Duschanlagen zu nutzen. Zudem haben wir den Jungs aussortierte Trikotsätze, Fußballschuhe, Bälle und Trainingsanzüge geschenkt. Auch unser Ausrüster, Intersport Voswinkel, hat sich dazu bereit erklärt, den Jugendlichen einen kompletten Trikotsatz zu sponsern", erklärt Schmidt.

Seit dem 1. Januar entstehen zusätzliche Kosten, da alle zur Stadt Völklingen zugehörigen Vereine seither 40 Prozent ihrer Nebenkosten selbst tragen müssen. "Da es uns in erster Linie darum geht, die Jugendlichen hier zu integrieren, werden wir alles trotz steigender Kosten weiterhin so handhaben, sofern es uns als Verein finanziell möglich ist", sagt Schmidt.

Einen der Flüchtlinge haben die Sportfreunde Heidstock bereits im Verein aufgenommen, bei einem zweiten läuft das Wechselverfahren noch. Schmidt erklärt: "Wir übernehmen natürlich jegliche Kosten für die Versicherung sowie die Ausrüstung - und Mitgliedsbeiträge verlangen wir auch keine."