Die Sopranistin mit dem dunklen Lachen

Sie liebt die Natur und die Teamarbeit. Beides hat Sabine Hogrefe am Staatstheater gefunden und fühlt sich entsprechend wohl. Das Singen wurde ihr in die Wiege gelegt. Schon der Vater wollte Opernsänger werden.

Wenn Sabine Hogrefe lacht, klingt das schon ein wenig mehr nach Feierabendbier als nach Sekt zur Premierenfeier. Laut und dunkel klingt es. Dieses belebende, ehrliche Lachen trügt. Es ist schon öfter vorgekommen, dass Rezensenten Sabine Hogrefe in die tiefere Stimmlage eingeordnet haben. Dabei ist die Partie der "Färberin", die sie am Staatstheater gibt, sogar ausdrücklich als "Hoher Sopran" überschrieben. Kein Mezzo, kein Alt also. Während ihrer sechsjährigen Station am Stadttheater Freiburg wurde Hogrefe zum dramatischen Sopran ausgebildet.

"Ich bin Intuitionssängerin", sagt sie. Die Stimmgewalt sei "gottgegebene Leidenschaft", sie wurde ihr in die Wiege gelegt: "Meine Eltern erzählen mir, dass ich bereits mit drei Jahren beschlossen habe, Sängerin zu werde", lacht Hogrefe. Der Vater, ein Arzt im Nachkriegsdeutschland, wäre selbst gern Opernsänger geworden. Selbstredend, dass die Tochter fortan volle Unterstützung erfährt - denn weil das erklärte Ziel bereits im Kindesalter feststeht, gibt es nie ernst zu nehmende berufliche Alternativen. Einfach war es deshalb lange nicht. "Im Zensurensingen in der Schule bekam ich immer nur eine Zwei - ich habe mich einfach nicht getraut", erzählt Hogrefe. Heute ist das schwer zu glauben: Die gebürtige Lübeckerin paart nordische Herzlichkeit mit der Offenheit der Kosmopolitin, zu der sie im Laufe ihrer Karriere geworden ist. Sabine Hogrefe behauptet sich im Geschäft. Neben zahlreichen deutschen Produktionen singt sie an den Häusern in Buenos Aires, Nantes, Dijon und 2011 die Brünnhilde an der Metropolitan Opera New York. "New York war sicherlich am beeindruckendsten, aber ich vermisste das Grün." Bezeichnend, denn der "Grüne Hügel" bedeutet einige Jahre zuvor den Glanzpunkt ihrer Karriere: vier Jahre lang singt sie die Isolde und Brünnhilde bei den Bayreuther Festspielen. Am 10. August 2008 feiert sie als Ersatz für Linda Watson ihr von der Fachwelt hoch anerkanntes Debüt bei den Ringfestspielen.

Das Grün und die Teamarbeit schätzt sie auch am Saarland. Am Staatstheater wurde sie von Anfang an herzlich aufgenommen. Mit Kollege Olafur Sigurdarson klatscht sie nach gemeisterter Partie hinter dem Vorhang laut ab. Und auch der Naturmensch Hogrefe fühlt sich im Saarland angekommen: "Mir fehlt noch die Zeit, Saarbrücken genauer zu erkunden - aber ich war schon einmal am Staden joggen", sagt sie - und lacht laut und lange.

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