Die Schulen sind vorerst gesichert

Im kommenden Schuljahr werden etwa 2000 Jungen und Mädchen neu auf eine weiterführende Schule des Regionalverbandes gehen, davon 1200 auf eine Gemeinschaftsschule und 800 auf ein Gymnasium. Am Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasium musste sogar gelost werden.

Nach welchen Kriterien suchen Eltern die weiterführende Schule für ihre Kinder aus? Ist es das Profil der Bildungseinrichtung, ihr Ruf in der Öffentlichkeit, spielt die erste Fremdsprache eine Rolle, die Modernität und technische Ausstattung des Gebäudes, die gute Busanbindung, die Nähe zum Arbeitsplatz der Eltern? Wird Hänschen auf die Schule gehen, wo schon sein Vater Hans lernte?

Man ahnt, dass all diese Einflussgrößen eine Rolle spielen, aber man weiß nicht welche. Noch nicht. Der Regionalverband Saarbrücken ist nach Worten von Fachbereichsleiter Arnold Jungmann dabei, die Beweggründe zu erforschen, um verlässliche Aussagen treffen zu können. Dann würden die Verantwortlichen ein gutes Bild davon bekommen, was die "Kundschaft" schätzt und könnten ihre Angebote entsprechend ausrichten. In diesem oder im nächsten Jahr soll es schon so weit sein.

Was Jungmann heute schon einigermaßen überblicken kann, sind die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr. Meldeschluss war "eigentlich" am 18. Februar, erfahrungsgemäß trudeln aber Jahr für Jahr bis zum ersten Schultag weitere 120 bis 150 Meldungen noch ein, sodass nicht exakt feststeht, wie viele Fünftklässler in welche Schule gehen werden. Die Erfahrung zeigt, dass es vereinzelt noch zu merklichen Änderungen kommt. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) beobachtet, dass der Trend zu den insgesamt 18 Gemeinschaftsschulen leicht zunehme und zu den insgesamt 9 Gymnasien eher einen Tick abnehme.

Wichtigste Meldung: Aktuell dränge sich an keinem Standort die Diskussion um den Weiterbestand auf. Für das übernächste Jahr 2015/16 sei noch keine definitive Aussage möglich. Gillo erinnerte im Gespräch mit unserer Zeitung daran, dass die Gemeinschaftsschule Kleinblittersdorf nach einer vorübergehenden Schwächeperiode mit unter 20 Meldungen wieder erfreulich hohe Anmeldezahlen verzeichne (41). Nach der aktuellen Liste starten die Gemeinschaftsschulen Großrosseln (29), Friedrichsthal (30) und Quierschied (32) mit den wenigsten Fünftklässlern. Bislang deutliche Einbußen gegenüber dem Vorjahr gibt es in Völklingen-Sonnenhügel (45 statt 76), das größte Wachstum in Klarenthal (103 statt 52). Die meisten Neuanmeldungen gibt es an den Gemeinschaftsschulen Sulzbachtal in Saarbrücken-Dudweiler (152) und Rastbachtal (143). Am Saarbrücker Otto-Hahn-Gymnasium mussten in diesem Jahr die 84 Plätze per Los vergeben werden - eine unangenehme Prozedur, an deren Ende 16 Kinder den Weg zum Abitur an einer anderen Schule antreten müssen. In Völklingen fällt die derzeitige Vorliebe für das Warndtgymnasium auf, das 102 Neulinge meldete, fünf mehr als im Vorjahr. Aufs Marie-Luise-Kaschnitz-Gymnasium wollen nach jetzigem Stand 86 neue Schüler (Vorjahr 69), aufs Albert-Einstein-Gymnasium 70 (115). Das nach Zahlen der Neulinge "beliebteste" Gymnasium ist das Ludwigsgymnasium Saarbrücken mit 114 Meldungen. Zufrieden zeigte sich Gillo mit der Nachfrage bei den Ganztagsschulen Bellevue (66), Hermann Neuberger Völklingen (58) und Saarbrücken-Ludwigspark (58).