Die Schafferin aus Schafbrücke

Saarbrücken. Möglicherweise macht es den Menschen klüger, wenn er in die Politik geht. Aber wenn jemand behauptete, er sei schon deshalb weise, weil er drin sei, widerspricht Anette Hübinger

Saarbrücken. Möglicherweise macht es den Menschen klüger, wenn er in die Politik geht. Aber wenn jemand behauptete, er sei schon deshalb weise, weil er drin sei, widerspricht Anette Hübinger. Die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Schafbrücke mag anmaßendes Wissen nicht - wichtig seien Zuhörenkönnen, Offenheit und Gesprächsbereitschaft, antwortet sie auf die Frage, was einen tüchtigen Volksvertreter auszeichnet. Seit 2005 vertritt die 54-Jährige das Saarland im Bundestag. Dort teilt sie das Büro mit dem St. Wendeler Parteifreund Hermann Scharf. Die Arbeit in Berlin macht Anette Hübinger "sehr, sehr gerne, sie füllt mich aus". Schwerpunkte sind Bildung ("Chancengleichheit für alle") und Forschung sowie Entwicklungspolitik. Wie man Forschungsergebnisse armen Ländern zur Nutzung überlassen könnte, zählt zu den kreativen Herausforderungen, die Hübinger besonders schätzt. Um zu lernen, wie Menschen in den Anden leben und denken, ist sie für einige Tage zu ihnen in bescheidenste Behausungen gezogen. Von diesen Begegnungen profitiert sie bis heute im hiesigen Alltag. Die gelernte Juristin mit zwei Staatsexamen gilt als ergebnisorientierte Schafferin, die sich schnell in Sachverhalte eindenken kann.

Die kommunalpolitische Erfahrung als ehrenamtliche Bürgermeisterin im Bezirk Halberg (seit 1999) und als Chefin der lokalen CDU (seit 2000) dienen der "Erdung". "Ich stehe mit zwei Füßen auf dem Boden und habe mein Ohr am Bürger", wirbt sie für eine Wiederwahl. Die CDU stellte sie im Wahlkreis 296 (Saarbrücken, Püttlingen, Riegelsberg, Völklingen, Großrosseln, Kleinblittersdorf ) als Direktkandidatin auf. Im Wahlkampf stürzt sich die Sportliche (in Berlin gern Fußgängerin) ins volle Programm aus Ständen, Diskussionen und Hausbesuchen.