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Die Narren drehten mächtig auf

Die Jugendgarde der „M'r sin nit so“ zeigte in der Saarlandhalle einen Vampirtanz. Foto: Becker&Bredel
Die Jugendgarde der „M'r sin nit so“ zeigte in der Saarlandhalle einen Vampirtanz. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Malstatt. Mit einer Extrapackung Frohsinn haben traditionsreiche Saarbrücker Gesellschaften ihre Anhänger auf die turbulente Schlussphase der närrischen Jahreszeit eingestimmt. Die „M'r sin nit so“-Humoristen verulkten Deutschland und die Welt. Die Rußhütter „Eule“-Komiker hielten ihrem Stadtteil närrisch den Spiegel vor. Von SZ-MitarbeiterAndreas Lang

Es war das närrischste Wochenende des Jahres. Schon am Freitagabend hieß es erstmals "Alleh Hopp!". Am Samstagabend waren dann in den meisten Stadtteilen Kappensitzungen. Und am Sonntag legten viele Karnevalsvereine noch gut gelaunt für die Senioren in den Stadtteilen nach.

Immer mit dabei: die "M'r sin nit so" jeweils vor dem größten Publikum in der Saarlandhalle. Drei Tage mit je fast fünf Stunden Programm, da war von den Karnevalisten viel Stehvermögen gefragt. Zum Glück gab es ja kurzweilige Unterhaltung, unter anderem von den regionalen Größen Elfriede Grimmelwiedisch, Schorsch Seitz, "Fidelius" Christoph Lesch und "Hausmeischda" Willi Jost.

Auch Jääb und Jolanda Jochnachel haben bereits einen eigenen Fanclub, wie sich am Freitagabend in der Saarlandhalle zeigte. Debütant "Karl Wilhelm Hühnerfeld" alias Willi Fries war ganz stark. Das verwunderte aber nicht. Zwar war Fries zum ersten Mal bei der "M'r sin nit so". Der Schauspieler ist aber als TV-Kommissar und Moderator der Fubbes-Sitzungen bekannt. Und dann sind da noch die Tanzmariechen, das Tanzpaar sowie die Garden und Tanzgruppen, die das "M'r sin nit so"-Programm sehenswert machen.

Während Bundespolitik und Weltgeschehen die Pointen in der Saarlandhalle liefern, spiegeln die Rußhütter Eulen fast ausschließlich das Geschehen im eigenen Stadtteil. Gardenamen wie Schiereschreischwänscha oder Fischbachkrotten zeigen das schon. Und erst recht die Texte der Eulensänger, die humorig vom Lyonerfescht singen oder feststellen: "Rußhütter Nächte sind lang."

Gastredner frotzeln aber auch darüber, was in der Stadt abgeht. Protokollchef Fritz Vogel reimt etwa: "Summ, summ, summ, die Bienchen summen rum" und spielt damit auf die Sperrbezirksdiskussion an. Mit der Rußhütter Hymne "So ein Tag", die Elferratspräsident Helmut Ihrig anstimmt, enden die Eulen-Sitzungen meist.

Und dafür, dass die Rußhütter Sitzungsnächte wirklich lang dauern, sorgt die Villinger Band Hättä-Lila. Die gibt im Anschluss meist noch ein Konzert mit richtig lauter Guggemusik.



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Auf einen BlickDie Akteure bei der Prunksitzung der "M'r sin nit so": Moderation: Rainer Otto, Roman Hauf, Ramon Gechnizdjani, Björn Busch. Tänze: Tanzmariechen Selina Wengler, Katharina Vinogradov, Emily Diener, Anna Jochum, Laura Fischer, Tanzpaar Laura Hollinger/Kai Werner Minis, Jugend-, Junioren-, Aktivengarde, Schautanzgruppe Bootz-Ohlmann, Männer-Bewegungs-Therapie-Gruppe. Wortbeiträge: "Fahrschüler" Felix Schäck, "Hausmeischda" Willi Jost, "Fahranfängerin" Fabienne Müller, "Jääb unn Jolanda Jochnachel" Helene Rauber/Günther Tannrath, Simon Pearce, "Kleinster Elferrat" Jogi Becker/Wendelin Karb, "Karl Wilhelm Hühnerfeld" Willi Fries, "Elfriede Grimmelwiedisch". Musik/Parodie: Schorsch Seitz, "Fidelius" Christoph Lesch, "Revo-Boys" Dirk Gläser/Eric Mees, "Frohsinns-Krätzjer", Rohrental-Musikanten. Magie: Maxim Maurice.Kappensitzung der Gesellschaft "Die Eulen" Rußhütte: Moderation: Helmut Ihrig. Tänze: Natascha Hanauer, Tanzduo Anja Theisen, Natascha Hanauer, "Kaulquappen", "Fischbachkrotten", "Schleiereulen", "Schiereschreischwänscha", "Putschjunklabalett". Wortbeiträge: "Fahrschüler" Felix Schäck, Tobias und Harry Moser, "Frau Brech und Frau Reiz", Sarah Britz/Katrin Spengler, "Ur-Omas teuflische Tropfen" Sabine Sautter, "Chef des Protokolls" Fritz Vogel, "Hausmeister im Rathaus" Helmut Ihrig. Bauchredner "Elvis" Armin Theobald, Bauchredner "Mr. Hart". Musik/Gesang: "Eulensänger", "Hättä-Lila". al

Katrin Spengler (Frau Reiz) und Sarah Britz (Frau Brech) (v.l.) bei der Kappensitzung der Rußhütter „Eule“. Foto: Becker&Bredel
Katrin Spengler (Frau Reiz) und Sarah Britz (Frau Brech) (v.l.) bei der Kappensitzung der Rußhütter „Eule“. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel