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Die meisten sind für stationäre Blitzer

Regionalverband. Überraschend hat unsere Online-Umfrage eine klare Mehrheit für fest installierte Blitzer ergeben. Doch die Absage an ein generelles Tempo-30-Limit in den Stadt- und Ortskernen ist noch deutlicher. Doris Döpke

Nicht jede Kommune hat sie. Aber wo sie stehen, wecken sie heftige Debatten - ob in Saarbrücken, wo die mit Abstand größte Zahl davon installiert ist, oder anderswo im Regionalverband . Die Rede ist von fest installierten Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung. Einfacher gesagt: von stationären "Blitzern". Wir wollten wissen, was SZ-Leser davon halten. Bei unserer - nicht repräsentativen - Online-Umfrage haben 450 Menschen ihre Meinung zum Thema gesagt.



Überraschend: Sonst ist oft Kritik an den stationären Blitzern zu hören, nach dem Motto "die Dinger sind unsinnig, weil Autofahrer kurz vor ihrem Standort auf die Bremse treten und gleich dahinter wieder Gas geben". Aber die Mehrheit der Umfrageteilnehmer sieht das anders. 275 von ihnen (61 Prozent) halten stationäre Blitzer für sinnvoll. Vom Gegenteil sind 148 Befragte (33 Prozent) überzeugt, 27 (sechs Prozent) haben "Weiß nicht" angeklickt.

Der Gedanke, stationäre Blitzer in der Nähe von Schulen während der Ferien abzuschalten, stößt bei der Mehrheit nicht auf Gegenliebe. 52 Prozent (234 Befragte) sagen dazu "Nein", nur 46 Prozent (195 Teilnehmer) sind dafür. Noch kleiner ist die Gruppe derer, die insgesamt für weniger Geschwindigkeitskontrollen plädieren, nämlich 25 Prozent (114 Umfrage-Teilnehmer). 26 Prozent (119 Stimmen) finden die aktuelle Kontroll-Praxis der Kommunen in Ordnung, 46 Prozent (205 Teilnehmer) wünschen sich sogar mehr Tempokontrollen.

Doch bei aller Abneigung gegen Raser - ein generelles Tempo-30-Limit in Stadtzentren und Ortskernen lehnt die überwältigende Mehrheit der Befragten ab: 75 Prozent (337 Umfrageteilnehmer) sind dagegen, nur 22 Prozent (99 Stimmen) können sich damit anfreunden.

Das Thema regt offenbar auf und damit an: 55 Prozent der Umfrageteilnehmer (249 Personen) haben unsere Einladung angenommen, ihren Antworten weitere Anmerkungen hinzuzufügen. "Viele Blitzer sind reine Abzocke", solche oder ähnliche Kommentare kann man immer wieder lesen. Kritik gibt es an der Platzierung stationärer Blitzer: An Ausfallstraßen seien sie unangebracht, rund um Schulen, Kindergärten, Altersheime oder auch an Unfallschwerpunkten hingegen akzeptabel.

Andere Kommentatoren argumentieren genau entgegengesetzt. Wer sich an Verkehrsregeln halte, Tempolimits inklusive, brauche Blitzer eh nicht zu fürchten, haben mehrere Umfrageteilnehmer geschrieben. "Wenn jeder Autofahrer angepasst fahren würde, müssten solche Debatten gar nicht geführt werden", lautet eine Anmerkung. Weil das aber nicht so ist, fordern etliche Kommentatoren, die Bußgelder für zu schnelles Fahren drastisch zu erhöhen; die Strafen müssten "richtig weh tun", damit es Abschreckungseffekte gebe. Vor allem "Extremraser" haben die SZ-Leser dabei im Visier.

Der Bußgeldkatalog gilt nun freilich bundesweit, auf ihn haben die Kommunen keinen direkten Einfluss. Auch die Forderung, die Polizei möge öfter Tempokontrollen machen, können Städte und Gemeinden nicht erfüllen.

Doch über zwei Leser-Vorschläge sollte man in den Rathäusern ruhig mal nachdenken. Erstens darüber, öfter nachts Kontrollen zu machen, denn "dann sind die schlimmsten Raser unterwegs". Und zweitens darüber, den Autofahrern per Anzeigetafel mitzuteilen, mit welchem Tempo sie gerade unterwegs sind. "Elektronische Hinweisschilder, wie schnell man fährt, halte ich für fair", schreibt ein Umfrageteilnehmer. Ob die Kommunen Geld genug haben für solche High-Tech-Geräte, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Wer beim SZ-Umfrage-Center mitmachen will, muss sich einmalig registrieren. Die Teilnehmer werden mit Punkten belohnt, die in Einkaufsgutscheine umgewandelt werden können.

sz-umfrage.de