Die Helfer stehen im Mittelpunkt

Wer sind sie eigentlich, die vielen Leute, die beim Roten Kreuz mit anpacken? Darauf geht ab sofort eine Ausstellung in Saarbrücken ein, in der einzelne Helfer Erinnerungsstücke zeigen und sich selbst vorstellen.

So etwas gibt es selten: eine Ausstellung, bei der man sich mit den "Ausstellungsstücken" unterhalten kann. In der Hauptstelle der Sparkasse Saarbrücken war das so. 150 Jahre Rotes Kreuz im Saarland, das wurde verbildlicht durch Exponate einzelner Helferinnen und Helfer, durch Erinnerungsstücke, durch Werkzeuge, Literatur, Fotos und die Helfer selbst, die als Pappfiguren in der Schalterhalle stehen und ihre Lebensläufe wiedergeben.

Einige der Musterhelfer waren da, gaben selbst Zeugnis von ihrer wichtigen Arbeit. So zum Beispiel Dieter Langguth, Krankenwagenfahrer in den 60er-Jahren in der Saarbrücker Innenstadt. "Damals hatten wir eine 80-Stunden-Woche, und nach 17 Uhr fuhren wir alleine raus. Ja wirklich, ohne Beifahrer zu den schwersten Notfällen,", erzählt er. "Wir hatten keinen Funk und Straßenkarten nur für die Innenstadt. Es ging nur darum, schnell zu sein." Für medizinische Hilfe seien sie gar nicht ausgebildet gewesen. "Aufladen und schnell in die Klinik, das war die Devise", sagt Langguth, der später in Stuttgart Karriere machte und bei der Berufsfeuerwehr in Pension ging. An die Zeit als Krankenwagenfahrer erinnert er sich gern. "Um Patienten aufzuladen, brauchten wir Hilfe von Passanten oder Angehörigen. Aber das klappte, und es gibt viele Anekdoten aus dieser Zeit, in der es noch keine Notärzte gab." Neben ihm erzählen andere von ihrer Arbeit: im Jugendrotkreuz , in der Auslandshilfe, der Suchdienstarbeit, dem Sanitätsdienst, der Flüchtlingsbetreuung. "1866 gründeten einige Frauen das Rote Kreuz in St. Johann. Die Ausstellung zeigt aber nicht die Historie des DRK, sondern Biografien, an denen diese deutlich wird", erklärt DRK-Präsident Michael Burkert .

Die Ausstellung ist bis 21. Oktober montags bis freitags, 8.15 bis 16 Uhr, in der Sparkasse am Neumarkt zu sehen.