Die Handballer gehen ihren eigenen Weg

Saarbrücken · Der monatelange Streit zwischen dem Vorstand und der Handball-Abteilung des TBS Saarbrücken hat ein Ende. Die Handballer haben nun ihren eigenen Verein, den HC St. Johann Saarbrücken, gegründet und sind nun auf der Suche nach neuen Spielern.

 Vor einigen Wochen noch TBS, jetzt HCS – die Saarbrücker Handballer haben ihren eigenen Verein gegründet. Foto: Ruppenthal

Vor einigen Wochen noch TBS, jetzt HCS – die Saarbrücker Handballer haben ihren eigenen Verein gegründet. Foto: Ruppenthal

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Eigentlich war das Thema vom Tisch. Im Mai hatte der Vorstandsvorsitzende des TBS Saarbrücken , Rudi Adams , verkündet, dass der Verein trotz finanzieller Probleme ein Herrenteam in der Handball-Saarlandliga melden würde. Der Budget-Rahmen, der dafür geschaffen wurde, war jedoch laut Steffi Schröder, die in der Folge des Streits vom Vorstand als Abteilungsleiterin der Handballer abgesetzt wurde, zu klein. Die Sparte musste also reagieren und entschloss sich kurzerhand dazu, einen neuen Verein, den HC St. Johann Saarbrücken , zu gründen, und die Spielrechte des TBS auf diesen übertragen zu lassen.

Neben der Saarlandliga-Herrenmannschaft stellt der neue HCS in der kommenden Saison eine zweite Herrenmannschaft in der Verbandsliga sowie drei Damenmannschaften in der Saarlandliga, Bezirksliga und in der Kreisliga B sowie die Jugendmannschaften. Das Training bei den Herren wird Roman Petchourine übernehmen, für die Damen ist Miodrag Jelicic verantwortlich.

"Die Verhandlungen dazu gingen über Monate und wurden teilweise mit sehr harten Bandagen geführt", sagt HCS-Torwart Markus Brixius. Eine besondere Rolle kam dabei dem Präsidenten des Handball-Verbands Saar Eugen Roth zu, der zwischen dem TBS und den Handballern als Schlichter vermittelte. "Er hat es glücklicherweise geschafft, die Fronten zu lockern. Letztendlich hat der TBS zugestimmt, und wir können wieder unserem Sport nachgehen. Das ist für uns Spieler das allerwichtigste. Wir wollen das Thema nun endgültig begraben", sagt Brixius. TBS-Chef Adams war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch wenn Brixius nun die Gewissheit hat, kommende Spielzeit zusammen mit seinen Mitspielern in der Saarlandliga auflaufen zu können, ist Brixius etwas enttäuscht: "Ich verstehe ja grundsätzlich, dass sich der TBS konsolidieren muss. Aber es ist nun mal auch so, dass Wettkampfsportarten wie Handball eben mehr Geld kosten als andere Sparten. In anderen Vereinen ist das genauso. Wir haben über 40 Jahre nie tiefer als Saarlandliga gespielt. Nun ist vieles nicht gerade einvernehmlich gelaufen. Dass es nun so zu Ende gehen muss, ist natürlich schade. Wir hätten uns alle viel Energie und Zeit sparen können. Jetzt sind wir froh, dass gerade auch die Jugendabteilung im HCS ein Zuhause hat. Als einer der wenigen verbleibenden Ausbildungsvereine erfüllen wir auch wichtige soziale Funktionen in der Landeshauptstadt."

Ein großes Problem für den HCS wird nun sein, sich in der Saarlandliga zu behaupten. Aufgrund des Streits zwischen dem Vorstand und den Handballern konnten sich die Spieler, die vergangene Saison noch das TBS-Trikot trugen, nicht sicher sein, ob sie in dieser Saison noch in der Saarlandliga spielen werden, und wechselten vorsichtshalber allesamt in andere Vereine .

Die erste Herrenmannschaft setzt sich nun aus Spielern der bisherigen Zweiten und aus Jugendspielern zusammen. "Daher suchen wir jetzt nach neuen Spielern, sowohl im Bereich der Aktiven als auch in der Jugend", sagt Brixius. Der erste Spieltermin steht bereits: Bei der Bank1Saar-Trophy trifft der HCS auf die HSG Dudweiler-Fischbach. Das Pokalwochenende findet am 1. oder 2. November statt.

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