Die Großstadt in der Literatur

Saarbrücken. "Die Erzählte Stadt - Die Großstadt als literarischer Raum und literarisches Motiv" unter diesem Thema findet am Samstag, 19. September, der 2. Europäische Schriftstellerkongress in Saarbrücken statt. Aus Anlass des hundertjährigen Großstadtjubiläums von Saarbrücken 2009 wird das Thema des 2. Kongresses sich daran orientieren

Saarbrücken. "Die Erzählte Stadt - Die Großstadt als literarischer Raum und literarisches Motiv" unter diesem Thema findet am Samstag, 19. September, der 2. Europäische Schriftstellerkongress in Saarbrücken statt. Aus Anlass des hundertjährigen Großstadtjubiläums von Saarbrücken 2009 wird das Thema des 2. Kongresses sich daran orientieren. Schon immer zog die Großstadt Schriftsteller in ihren Bann. Für Rainer Maria Rilke etwa war die Großstadt Paris zur Zeit der Jahrhundertwende eine romaneske Kulisse, eine moderne theatralische Bühne, in der die Stadt aus der Perspektive der literarischen Figur gesehen wird. Für Ludwig Uhland, Heinrich Heine oder auch später Frank Wedekind und Stefan Zweig galt die Großstadt als Metropole der Kunst Europas, und das Leben in ihr wurde oft in einer Kunst vom Leben stilisiert.

Literarische Sichtweisen sind Veränderungen unterworfen, wenn sich der Gegenstand verändert, ganz so, wie es Städte vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche tun. Eine wesentliche Konstante aber besteht: Das Problem, wie sich schriftstellerische Imagination und großstädtische Realität zueinander verhalten. Es ist das Problem, das "Phänomen Stadt" erzählbar zu machen. Darüber werden die eingeladenen Autoren aus verschiedenen europäischen Ländern am 19. September, zwischen 11 und 18 Uhr, im Saarbrücker Schlossfestsaal mit Wissenschaftlern und Journalisten diskutieren und lesen. Von der Universität des Saarlandes konnten die Professoren Patricia Oster-Stierle und Karlheinz Stierle gewonnen werden und aus dem Baudezernat der Stadt Rena Wandel-Hoefer, die Baudezernentin. Aus Frankfurt reist der Cheflektor des Suhrkamp Verlags, Raimund Fellinger, zum Kongress an.

Die Kongresssprache ist deutsch. Der Kongress ist öffentlich und richtet sich ausdrücklich an ein breites Publikum. Am Samstagabend gibt es zum Abschluss eine lange Buchnacht ab 19 Uhr. In moderierten Lesungen stellen die Autoren ihre Neuerscheinungen vor, manche Texte noch in Manuskriptform.

Der Konzertpianist Michael Christensen, erster Preisträger des diesjährigen Mendelssohn- Wettbewerbs, begleitet den Abend musikalisch.

Eröffnet wird der 2. Schriftsteller-Kongress am Freitag, 18. September, 19 Uhr, in der Stiftskirche St. Arnual. Festrednerin ist die Autorin Sibylle Lewitscharoff, diesjährige Preisträgerin des Deutschen Buchpreises in Leipzig. Studierende der Improvisationsklasse Jörg Abbing der Musikhochschule Saar gestalten den musikalischen Teil der Veranstaltung. Freier Eintritt. red

Karten für den Schriftstellerkongress (Tageskarte inkl. Buchnacht 5/3 Euro) und für die lange Buchnacht (4/ 2 Euro) sowie das Programmheft sind im Messebüro, Großherzog-Friedrich-Straße 1, oder über Internet erhältlich.

www.schriftstellerkongress-

Saarbruecken.de

Auf einen Blick

Folgende europäische Autorinnen und Autoren sind am übernächsten Wochenende in Saarbrücken zu Gast: Juri Andruchowytsch (Ukraine), Radka Denemarková (Tschechien), Didier Goupil (Frankreich), Alfred Gulden (Deutschland) Annegret Held (Deutschland), Marente de Moor (Niederlande), Ilma Rakusa (Schweiz/Ungarn/Slowenien), Kathrin Röggla (Österreich), Dietmar Sous (Belgien), Alena Wagnerová (Tschechien/Deutschland). red