1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt
  4. Nachrichten aus Saarbrücken

Die glorreichen Erfolge des Saarfußballs leben in Bildern wieder auf

Die glorreichen Erfolge des Saarfußballs leben in Bildern wieder auf

Ferdi Hartung war eine Ikone der deutschen Sportfotografie. Nun erscheint der zweite Band mit seinen gesammelten Bilderwerken, die voller Emotionen und Erinnerungen an bessere Zeiten im Saar-Fußball erinnern.

 Im April 1977 enzauberte der FCS im Ludwigspark die Bayern mit 6:1. Hier trifft Roland Stegmayer (Mitte) gegen Franz „Bulle“ Roth (links) und Torwart Sepp Maier zum 3:0. Das Foto schoss Ferdi Hartung, dessen Bilder Basis für das Buch „90 Minuten“ bilden. Foto: Hartung
Im April 1977 enzauberte der FCS im Ludwigspark die Bayern mit 6:1. Hier trifft Roland Stegmayer (Mitte) gegen Franz „Bulle“ Roth (links) und Torwart Sepp Maier zum 3:0. Das Foto schoss Ferdi Hartung, dessen Bilder Basis für das Buch „90 Minuten“ bilden. Foto: Hartung Foto: Hartung
 Paul Burgard vom Landesarchiv Saarbrücken, Peter Jacoby, Geschäftsführer von Saartoto, Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland, und Ludwig Linsmayer vom Landesarchiv Saarbrücken mit dem neuen Buch „90 Minuten“. Foto: LSVS/Becker&Bredel
Paul Burgard vom Landesarchiv Saarbrücken, Peter Jacoby, Geschäftsführer von Saartoto, Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland, und Ludwig Linsmayer vom Landesarchiv Saarbrücken mit dem neuen Buch „90 Minuten“. Foto: LSVS/Becker&Bredel Foto: LSVS/Becker&Bredel

Vor kurzem wurde das Buch "90 Minuten. Mit Ferdi Hartung in die Bundesliga: 1. FC Saarbrücken " an der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken vorgestellt. Nach dem Vorgänger, der die Bundesligazeit von Borussia Neunkirchen noch einmal aufleben ließ, steht nun der Traditionsverein aus der Landeshauptstadt im Vordergrund. Hartung selbst verstarb Anfang Mai im Alter von 83 Jahren in einem Elversberger Pflegeheim. Doch seine Bilder machen ihn unvergessen, und er wäre sicher stolz auf das Buch gewesen, welches sich mit seinem Lieblingsverein, dem 1. FC Saarbrücken , auseinandersetzt.

Durch die offizielle Buchvorstellung führte Werner Zimmer als Moderator, der die mühevolle Arbeit des Landesarchives lobte, welche die Bilder noch einmal in neuem Glanz erschienen ließen. Gerd Meyer blickte fast ein wenig wehmütig zurück in die Zeit, als die Blau-Schwarzen noch erstklassig waren. "Zwei Spiele sind für die saarländische Fußball-Geschichte unvergessen. Das war einmal das WM-Qualifikationsspiel zwischen dem Saarland und Deutschland 1954 sowie das 6:1 des 1. FC Saarbrücken gegen den amtierenden Europapokalsieger der Landesmeister, den FC Bayern München , am 16. April 1977", erzählte der Präsident des Landessportverbandes für das Saarland. Die Autoren des Buches, Paul Burgard und sein Co-Autor Ludwig Linsmayer, legten auf dieses Spiel ein besonderes Augenmerk. Schließlich war es eine Art Initialzündung für den FCS, was den Klassenverbleib in der Saison 1976/1977 anging. Abgeschlagen am Tabellenende, legte der Verein einen beeindruckenden Schlussspurt hin, der nur noch eine Niederlage in den letzten neun Spielen zuließ.

Um der Veranstaltung einen angemessenen Rahmen zu verliehen, waren einige Helden von 1977 an der Hermann-Neuberger-Sportschule zu Gast. Sowohl der damalige Trainer Manfred Krafft als auch der viermalige Torschütze aus dem Bayern-Spiel, Roland Stegmayer, erinnerten sich gerne an die damalige Zeit. "Ich habe Toni Schumacher vom 1. FC Köln danach auch drei Tore reingeschossen, aber davon spricht heute niemand mehr", scherzte der ehemalige FCS-Stürmer. Auch FCS-Ikone Dieter Ferner sowie Wolfgang Seel und Egon Schmidt waren als Vertreter der damaligen Mannschaft zu Gast. Sicher hätte Ferdi Hartung, der insgesamt sechs Mal den Preis für das beste deutsche Sportfoto des Jahres gewann, seinen Spaß an der Runde gehabt.

In der Saison 1977/1978 stieg Saarbrücken ab und konnte sich anschließend nicht mehr in der 1. Liga etablieren. Das Erscheinen des 500 Seiten starken Bildbandes, der mit wenig Text auskommt, sollte auch den anwesenden Vertretern des FCS Hoffnung auf bessere Zeiten machen.