Die „geile Bühnensau“ von der Saar

Chris Breuer, Künstlername Camillo Lloyd Petrov, stammt aus Roden und lebt seit Ende 2011 in Berlin. Zu seiner saarländischen Zeit spielte er in der Band Llynch. Seit kurzem ist er Bassist der Metalband The Ocean und aktuell auf Deutschland- und demnächst auf US-Tournee. Am Samstag gastiert er mit The Ocean in der Saarbrücker Garage. SZ-Mitarbeiter Kai-Florian Becker sprach mit Breuer und Bandgründer Robin Staps.

Wieso sind Sie nach Berlin gezogen?

Breuer: Ich weiß auch nicht mehr so genau, warum. Es hatte aber definitiv nichts mit Club-Mate-Drinks, Hornbrillen, Jutebeuteln oder flaumigen Oberlippenbärten zu tun. (lacht)

Sie kannten The Ocean schon länger. Was zeichnet die Band aus?

Breuer: Kennengelernt hatte ich die Jungs, als wir damals mit meiner Band Llynch gemeinsam mit ihnen ein paar Konzerte gespielt hatten. Beeindruckend fand ich damals schon ihre mitreißende Bühnenpräsenz. Was die Band auszeichnet, ist als Interner schwer zu sagen. Aber für mich persönlich sind das: originelles Songwriting und energiegeladene, atmosphärische Live-Shows.

Wie ist es, in eine erfolgreiche Band integriert zu werden und demnächst auf US-Tour zu gehen?

Breuer: Natürlich ist es irgendwie merkwürdig, plötzlich mit anderen bekannten, größeren Bands zu spielen. Es könnte aber auch schlimmer sein (lacht). Im Ernst: Die Jungs haben mich sehr gut aufgenommen, und ich freue mich natürlich riesig, in den nächsten Monaten mit der Band die Bühnen vollschwitzen zu dürfen.

Heißt das, Sie sind jetzt Vollzeitmusiker?

Breuer: Es geht erst mal in die Richtung. In den nächsten Monaten werden wir wenig Zeit für anderes haben.

Sind die anderen auch Vollzeitmusiker, Herr Staps?

Robin Straps: Ja, aber wir machen zwischen den Touren noch andere Sachen. Es wird immer besser. Doch gerade wenn man lange Touren im Vorprogramm spielt, bei denen die Gagen meist nicht üppig sind, wird man davon nicht reich.

Warum haben Sie sich für Breuer als neuen Bassisten entschieden?

Robin Staps: Weil er einen amtlichen Bass spielt und eine geile Bühnensau ist.

Auf der aktuellen Tournee präsentieren Sie das neue Album "Pelagial". Inwiefern unterscheidet es sich von seinen Vorgängern?

Robin Staps: "Pelagial" wurde an einem Stück geschrieben und ist eigentlich eher ein langes Stück Musik, keine Ansammlung von losen Songs. Die Pausen zwischen den Songs sind relativ willkürlich gesetzt. Die ersten 15 Minuten sind etwa in vier Stücke unterteilt - für uns ist das aber eines, und so spielen wir es auch live. Das Konzept war diesmal zuerst da. Die Musik wurde dann dem Albumkonzept auf den Leib geschrieben. Verglichen mit früheren Sachen klingt das Album homogener und mehr wie aus einem Guss.

Konzert von The Ocean am Samstag, 1. Juni, 19 Uhr im "Kleinen Klub" der Garage in Saarbrücken.

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