Die Freibad-Planer legen schon los

Die Schwimmbäder sind eine der größten Attraktionen Saarbrückens. Allein voriges Jahr hatten sie 510 000 Gäste. Wegen des schlechten Sommerwetters dürften es 2014 110 000 weniger werden. Deshalb will die Bäderbetriebsgesellschaft sich nicht mehr länger von Wetterlaunen die Bilanz verhageln lassen.

Verlassen liegen die Becken in der feuchten Herbstluft. Die nächste Freibadsaison scheint im Oktober unendlich weit weg. Nicht für Gabriele Scharenberg-Fischer. Die Chefin der Bäderbetriebsgesellschaft Saarbrücken (BBS) muss noch in diesem Jahr wichtige Anschaffungen auf den Weg bringen, von denen Zehntausende Badegäste etwas haben. Am Dienstag stehen Investitionen ins Totobad, ins Freibad Dudweiler und ins Altenkesseler Alsbachbad auf der Tagesordnung des Stadtrates. Es geht um 95 355 Euro für die Bädertechnik. Geld, das woanders herkommen muss. Die BBS hat es gespart, ohne dass es die Badegäste bemerkt haben dürften. Beim Kleinkindbecken des Schwarzenbergbades. Dessen Wasseraufbereitung war Anfang des Jahres nicht mehr auf der Höhe der Zeit, eine Sperrung absehbar, wenn nicht neue Technik für die vom Gesundheitsamt geforderten Wasserwerte sorgt. Die BBS fand eine kleine Lösung, die statt der bereitstehenden 100 000 Euro gerade mal 4600 Euro kostete. "Wir haben eine neue Mess- und Regeltechnik für das Plantschbecken installiert und damit die Wasserqualität auf den notwendigen Qualitätsstandard gehoben", sagt Scharenberg-Fischer.

Das Gesundheitsamt gab grünes Licht. Das Becken war wieder problemlos in Betrieb. "Wo wenig Geld vorhanden ist, müssen wir auch mal querdenken", sagt die Bäderchefin über diese Lösung. Damit ist nun ein stattlicher Betrag übrig, der - siehe oben - anderen Vorhaben dienen soll. Sofern der Stadtrat am Dienstag zustimmt.

Schwimmbäder , einer der größten Besuchermagneten Saarbrückens, sind eine Ganzjahresaufgabe. "Unsere Bäder aus den Siebzigern sind in die Jahre gekommen, müssen aber neuen Anforderungen gerecht werden", sagt Scharenberg-Fischer. In diesem Jahr bekommen alle Anlagen ein neues Kassensystem. Dafür standen 60 000 Euro bereit. Es erleichtert Eingangs-, Warenbestandskontrolle und das Führen der Besucherstatistik. Bei rund 510 298 Gästen allein im Jahr 2013 müssen die Kassen schon einiges an Daten verarbeiten.

Etwa 40 Prozent der Besucher entfielen auf die Hallenbäder, rund 60 Prozent auf die Freibäder . "Ziel ist es natürlich, dieses Verhältnis umzudrehen, um die Abhängigkeit vom Wetter einzuschränken", sagt Scharenberg-Fischer. Denn dieses Jahr liegen die Zahlen wegen der miesen Freibadsaison voraussichtlich um 110 000 niedriger. "Dabei waren wir gut aufgestellt, etwa mit unserem Programm zum 90-jährigen Bestehen des Freibades Dudweiler ." Doch die Saison ist abgehakt, die nächste in Sicht.

Mitte Februar, Anfang März beginnt die Vorbereitung auf die Freibadwochen mit Aufräumarbeiten, Schönheitsreparaturen, dem Beseitigen der Frostschäden. "Frost ist der Feind aller Freibäder ", sagt die BBS-Chefin. Er zerfrisst Fliesen, nagt an Leitungen, setzt der Technik zu.

Über das Alltagsgeschäft hinaus kann die BBS 2015 für alle von ihr betriebenen Bäder voraussichtlich rund 200 000 Euro in Neuinvestitionen stecken. Auf dem Zettel stehen fürs kommende Jahr zum Beispiel neue Pumpen für das Totobad. Stückpreis: 8000 bis 10 000 Euro. Das Hallenbad Dudweiler soll Jugendlichen mehr bieten. Scharenberg-Fischer schwebt vor, dass es 2015 um eine mächtig in Mode gekommene Attraktion reicher wird, eine Kletterwand überm Wasser.

Das Dudweiler Freibad soll Strandkörbe bekommen. Ideal, um nach dem Spaß im Wasser den Alltag noch ein bisschen auf Abstand zu halten. "Es geht uns immer um ein Ambiente, das dem Gast gefällt. Denn die Ansprüche steigen."

Was für die Bäderbetriebsgesellschaft den Zwang, aus wenig Geld viel herauszuholen, also wie bei der "Aktion Kleinkindbecken" querzudenken, noch steigert.