„Die Flüchtlinge sind sehr motiviert“

Damit junge Flüchtlinge schneller einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz finden, geht die Industrie- und Handelskammer auf Tour durch die Landkreise und besucht Firmen. Einige Flüchtlinge brachten die Bewerbungsmappe gleich mit.

Mit einer Praktikums- und Ausbildungstour unterstützt die Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes in diesem Sommer Flüchtlinge auf ihrem Weg ins Berufsleben. Nach Stationen in Merzig und Saarlouis mit 70 Teilnehmern war die IHK am Mittwoch mit 50 Flüchtlingen bei sechs Unternehmen im Regionalverband unterwegs.

"Wir wollen das Muster-Bundesland werden, wenn es um die Integration von Flüchtlingen geht. Etwa 300 arbeiten bereits in Betrieben der Saarwirtschaft", erklärt Carsten Meier, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK. In zwei Bussen machten sich die Flüchtlinge auf den Weg, blickten hinter die Kulissen der Betriebe und lernten unterschiedliche Berufe kennen. Viele hatten ihre Bewerbungsunterlagen dabei. "Die Flüchtlinge sind sehr daran interessiert, in unseren Arbeitsmarkt integriert zu werden. Sie wollen ihr eigenes Geld verdienen", sagt Meier. Auch die IHK hofft, dass die Flüchtlinge Praktikums- und Ausbildungsplätze bekommen. Vor allem in den aktuellen Problemberufen. Zerspanungs- und Werkzeugmechaniker, Lageristen, Köche oder Azubis in der Baubranche werden händeringend gesucht. "Ich glaube nicht, dass die Bezahlung der Grund ist, warum es in diesen Berufen Engpässe gibt. Man verdient gut und hat zudem gute Aufstiegschancen. Ich denke, es liegt oft an den Arbeitszeiten und der Tatsache, dass Beruf und Familie nicht immer unter einen Hut gebracht werden können", sagt der IHK-Geschäftsführer. Die jungen Flüchtlinge , die zum Großteil erst ein halbes Jahr in Deutschland sind, beherrschen bereits die deutsche Sprache und klärten auf der Tour in den Firmen bereits ab, wie sie Arbeitszeiten und Integrationskurse miteinander verbinden können. "Man spürt die Motivation bei den Flüchtlingen, die lieber heute als morgen anfangen wollen zu arbeiten. Mit dem verdienten Geld können sie bei uns leben und ihre Familien in ihren Heimatländern unterstützen", berichtet Meier. Bis Oktober will die IHK weitere Touren für Flüchtlinge in allen sechs Landkreisen organisieren. "Dann wollen wir Bilanz ziehen und sehen, was uns dieses Engagement gebracht hat. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir mit diesem Angebot auf einem guten Weg sind."