Die Experimentierfreudigen aus dem Nauwieser Viertel

Saarbrücken. Die Ini-art-Initiative wird zehn Jahre alt! Da lassen sich die experimentierfreudigen Aktivisten nicht lumpen und feiern intensiv und ausgiebig. Nach dem erfolgreichen Ini-art-Festival Vol. 1 vom Oktober soll es nun mit "Vol. 2" von Donnerstag, 5., bis Samstag, 7. Februar, gleich drei Tage hoch hergehen im Theater im Viertel (TiV)

Saarbrücken. Die Ini-art-Initiative wird zehn Jahre alt! Da lassen sich die experimentierfreudigen Aktivisten nicht lumpen und feiern intensiv und ausgiebig. Nach dem erfolgreichen Ini-art-Festival Vol. 1 vom Oktober soll es nun mit "Vol. 2" von Donnerstag, 5., bis Samstag, 7. Februar, gleich drei Tage hoch hergehen im Theater im Viertel (TiV).

Allabendlich gibt's vier Programmpunkte. Mit von der Partie sind internationale Jazzgrößen wie der Pianist Bob Degen und Schlagzeuger Janusz Stefanski. Gleich mit mehreren Projekten aufs Podium steigen wird der Wahl-Saarbrücker Wollie Kaiser, bekanntestes der sieben aktiven Ini-art-Mitglieder. Neben den Musikern Hartmut Oßwald, Frank Jacob, Jochen Krämer und Stefan Scheib zählen ferner der Fotograf Pierre Metzinger, Bindeglied zur französischen Szene, und der Musikfan Bodo Oßwald zu dem unternehmungslustigen Häuflein.

Der Initiative verdankt die Saarbrücker Jazzszene viele außergewöhnliche Veranstaltungen mit Schwerpunkt auf Experimental-Jazz. Zu den allmonatlichen Konzerten in der Wochenmitte kam 2007, ebenfalls am Stammspielort im TiV, alle zwei Monate sonntagsnachmittags die Reihe "Teatime der Live-Kulturen" hinzu. An das Konzept der illustren Veranstaltungen im Kölner Jazz-Zentrum Stadtgarten angelehnt, serviert sie zu Kaffee und Kuchen einen spartenübergreifenden Überraschungsmix bis hin zum Happening.

Wichtig ist den Ini-Artlern generell ein Gleichgewicht zwischen Projekten aus dem Kreis der Initiative und auswärtigen Künstlern. Wobei ausschließlich Kollegen eingeladen werden, die ihre volle Wertschätzung genießen - das bürgt für die erfreulich hohe Qualität. Zu den weit angereisten Gästen zählten etwa aus Berlin die Tigers of Love, Gitarrist Kalle Kalima und Bassklarinettist Rudi Mahall, aus Amsterdam die Bands Man bites Dog und Full Fathom Five, der Schweizer Schlagwerker Christian Wolfarth und kein Geringerer als Vibrafon-Star Gunter Hampel.

Formiert hat sich Ini-art anno 1999 nach dem Aus des Saarbrücker Jazzkellers Gießkanne und des damit verbundenen Fördervereins Jazz im Saarland. Nach Gesprächen innerhalb der Musikszene auf der Suche nach neuen Spielorten und Organisationsstrukturen, so erinnert sich Gründungsmitglied Hartmut Oßwald, kam es zum zunächst lockeren Zusammenschluss der Experimental-Jazzer und ihres Umkreises. Eine Zeit lang erhielt die Ini-art Geld aus dem Topf des ebenfalls neu entstandenen Fördervereins Jazz Syndikat, der in Nachfolge des Fördervereins Jazz von der Stadt bezuschusst wird. Seit 2004 wird Ini-art, Initiative für MusikKunst, nun selbst zum offiziellen Verein gewachsen, direkt vom Kulturamt unterstützt, 2008 mit 7400 Euro. Deutlich zu wenig, wie Oßwald betont, denn damit seien Kosten wie Künstlergagen, Unterbringung und Fahrt kaum zu bezahlen. Nur die persönlichen Verbindungen zu den (inter)nationalen Kollegen machten die Arbeit zu diesen Bedingungen überhaupt möglich. uhr

Auf einen Blick

5. Februar: Jörg Fischers Lurk Lab, Steve Kaspar & Yuko Kominami, Frenzel & Friends, Scheib/Kaiser/Wingold.

6. Februar: Hanneke de Jong & Dirk-P. Kölsch, Jacob/Prätzlich/Honecker/Klein,Wuchner/Degen/

Stefanski, Brochier & Mueller.

7. Februar: Duo Knalpot, Kaiser/Manderscheid/Schmitz, Liquid Penguin Ensemble, Christof Thewes Chamber Ensemble.

Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr im Theater im Viertel, Nauwieser Straße. Karten: 12/10 Euro, Pass 18/15 Euro.

 Stars der Szene: Das Wuchner/Degen/Stefans-Trio. Fotos: SZ/ini-Art
Stars der Szene: Das Wuchner/Degen/Stefans-Trio. Fotos: SZ/ini-Art

www.ini-art.de