Die erste Niederlage nach 24 Siegen

Die Footballer der Juniorcanes konnten den großen Erfolg des vergangenen Jahres nicht wiederholen. Sie verloren das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen die Düsseldorf Panthers mit 6:28. Enttäuscht ist der Verein aber nicht.

Eine gefühlte Ewigkeit haben die Juniorcanes nicht mehr verloren. Die Nachwuchs-Footballer der Saarland Hurricanes haben die vergangenen 24 Spiele gewonnen, sind in der Mitte-Staffel der viergeteilten Bundesliga seit zwei Jahren ungeschlagen. Das Gefühl, zu verlieren, kannten viele aus der Mannschaft gar nicht mehr. Bis sie am Sonntag im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gegen die Düsseldorf Panthers auf dem Saarbrücker Matzenberg mit 6:28 (6:14) unterlagen.

"Mir war klar, dass es irgendwann so kommen wird", sagt Cheftrainer Martin Mick nach dem Spiel: "Wir haben gekämpft, aber mehr war einfach nicht drin." Dabei haben er und sein Team um Defensiv-Trainer Detlev Grün, den zahlreichen Assistenztrainern mit Florian Behr, Julius Sidoroff, Yannick Keller, Markus Mayer, Niklas Kirsch und Manuel Kopp ganze Arbeit geleistet. Dass es wie im vergangenen Jahr nicht erneut zum Gewinn der deutschen Meisterschaft gereicht hat, war zu erwarten - und ist für den Verein demnach keine Enttäuschung. "Das Halbfinale zu erreichen ist schon ein Erfolg", sagte Hurricanes-Präsident Tobias Bagusche, "und die Niederlage geht so völlig in Ordnung."

Zumal die Gäste aus Düsseldorf gleich zu Beginn des Spiels aufdrehten und dem Offensivspiel der Juniorcanes weder Raum noch Zeit zur Entfaltung ließen. Im Gegenzug spulten sie ihres scheinbar mühelos ab und markierten gleich zu Beginn zwei Touchdowns. "Wir haben ihre Offensive erst nach dem ersten Viertel in den Griff gekriegt", analysierte Grün das Spiel. Erst im zweiten Abschnitt sollten die Hausherren ins Spiel finden, nachdem Jugendnationalspieler León Helm sich durch die Mitte der Düsseldorfer Defensive tankte. Ein Ruck ging durch die Mannschaft, und Quarterback Pascal Müller sorgte mit seinem Touchdown für den zwischenzeitlichen Anschluss (6:14).

Es war der Moment, der für kurze Zeit die Hoffnung wieder aufleben ließ. Denn auch in den Playoffs im vergangenen Jahr lagen die Juniorcanes in allen Spielen zurück, vermochten das Spiel am Ende aber immer noch zu drehen. "Das Momentum war kurz vor der Halbzeit da, den Anschluss zu halten", sagte Mick. Der Moment, als der darauffolgende Kick nach dem erzielten Touchdown so gefühlvoll über die erste Reihe der Düsseldorfer gechippt wurde, sodass die Juniorcanes ihn selbst "recovern" konnten und das Ei gleich wieder eroberten. Dann aber fehlten den saarländischen Nachwuchs-Footballern Durchschlagskraft und das kleine Quäntchen Glück.

Das Glück und vor allem "die physischen Möglichkeiten, sie zu stoppen", meinte Mick. Denn körperliche Unterlegenheit sind die Juniorcanes gerade in den Playoffs gewöhnt. "Wir mussten aber in unserer Offensiv- und Defensiv-Linie oft doppelte Wege gehen", erklärte Grün. Das ging nur so lange gut, bis die Gäste im dritten Viertel noch zwei Touchdowns nachlegten und ihre Führung vorentscheidend auf 28:6 ausbauten. In der Gewissheit, sich nach zwei so erfolgreichen Jahren wieder geschlagen geben zu müssen, ließ die Mannschaft die letzten Sekunden dieser Saison anerkennend verstreichen.