Die eigene Formel zum Glück

Unbewusste Selbst-Sabotage hindert viele daran, ihr Potential natürlich zu entfalten. Wie wir unseren eigenen Fallstricken entkommen, erklärt der Therapeut und Coach Uwe Pettenberg im Interview mit SZ-Mitarbeiter Kai Hunsicker. Wir alle kennen die Formel des "Jeder ist seines Glückes Schmied". Ist da was dran, und wie geht das eigentlich - Glück haben? Uwe Pettenberg: Glück ist als Begriff ja relativ abstrakt gefasst, ich spreche gerne von "Mir gelingt etwas" als auch ein "Ich weiß um meine Bedürfnisse", und dass man sich darin produktiv und selbstwirksam erlebt. Das Thema Glück dreht sich demnach sofort um zwei Aspekte: Entdecke dich selbst und lebe es. Es ist total wichtig, dass das, was wir an Ideen und Gedanken im Kopf haben, auf eine sinnvolle Art und Weise auch wirklich wird. Das erleben wir dann als positiv, uns glückt etwas. Darüber hinaus ist das Thema Glück immer verknüpft mit einer Haltung zum Leben hin. Diese bezieht sich zum einen auf das Selbstbild, zum anderen auf die Erwartungen an die Umwelt. Ich erlebe immer wieder, dass glückliche oder ´zumindest zufriedene Menschen im Schnitt offener sind mit sich und den anderen, ein klares Wertemuster haben und damit selbstbewusst durch den Alltag navigieren. Demnach hat offenbar jeder seine eigenen Zugänge, aber es scheint ja dennoch ein paar Maßstäbe zu geben. Pettenberg. Ganz genau. Die Frage ist aber immer, wie man die eigenen Ideen umsetzen kann. Denn genau an der Stelle zeigt sich bei vielen ein Fallstrick: Sie werden von ihren Sorgen und Ängsten übermannt und verbleiben auf der Ebene reiner Vorstellung. Mir geht es deswegen um eine Art Lebenstraining. In meinen Seminaren sehe ich immer wieder, dass die Menschen gerne dort abgeholt werden möchten: Wie kann ich umsetzen, was ich will? Und noch viel grundlegender: Wie erkenne ich überhaupt, was mir gut tut und wie verdammt kriege ich das auf ein Gleis im Alltag? Die emotionale Fixierung auf die Angst, das scheint mir ein elementarer Aspekt zu sein. Was sagen Sie Ihren Klienten dazu? Pettenberg: Es gibt bei uns allen zwei Grundemotionen: Angst und Liebe ! Starre oder Fluss. Dass wir uns alle jederzeit für eine der beiden Kategorien entscheiden können, ist vielen nicht bewusst. Im Selbstumgang ist deshalb eine wichtige Frage: Was leitet mich gerade, Liebe und Vertrauen oder Sicherheitsbedürfnis und Angst? Der Blick auf die negativen Aspekte liegt uns evolutionsbedingt näher. Heißt: Das Positive muss man sich erarbeiten, im Umgang mit sich selbst genauso wie in der Liebe . Hinzu kommt bei vielen dann noch eine falsche Fokussierung auf das Schlechte und alles, was nicht funktioniert. Diese Menschen vergleichen ganz viel. Und wer vergleicht, ist immer im Mangel. Reden wir noch kurz von der Umsetzung der eigenen Wünsche. Was hilft uns dabei, und wo tun wir uns schwer? Pettenberg: Viele vertrauen sich selbst zu wenig. Die haben auch einen ganz eigenen Umgang mit der Vorstellung, was denn Scheitern ist. Hier ist aus meiner Sicht die eigene Bewertung total entscheidend. Der Ansatz stimmt hier oft schon nicht. Dazu gehört, dass man sich nur etwas vornimmt, das realistisch ist und greifbar. Und zu versuchen, etwas Neues auszuprobieren, das ist immer gut. Das Leben begreife ich dabei als einen Erwartungshorizont, den wir zu einem großen Teil selbst bestimmen und immer wieder verändern. So ist Entwicklung möglich. Genauso wichtig finde ich das Mitfühlen. Auch mit sich selbst. Darin drückt sich eine stimmige Nähe aus. Neugier als Gegenmotiv zur Angst kommt dabei sofort ins Spiel. Sie hält uns wach, schafft eine Brücke zu Unbekanntem und ermöglicht Entwicklung, denn auch das ist Glück: Neues entdecken, daran wachsen und sich dabei immer selbst besser verstehen.

Unbewusste Selbst-Sabotage hindert viele daran, ihr Potential natürlich zu entfalten. Wie wir unseren eigenen Fallstricken entkommen, erklärt der Therapeut und Coach Uwe Pettenberg im Interview mit SZ-Mitarbeiter Kai Hunsicker.

Wir alle kennen die Formel des "Jeder ist seines Glückes Schmied". Ist da was dran, und wie geht das eigentlich - Glück haben?

Uwe Pettenberg: Glück ist als Begriff ja relativ abstrakt gefasst, ich spreche gerne von "Mir gelingt etwas" als auch ein "Ich weiß um meine Bedürfnisse", und dass man sich darin produktiv und selbstwirksam erlebt. Das Thema Glück dreht sich demnach sofort um zwei Aspekte: Entdecke dich selbst und lebe es. Es ist total wichtig, dass das, was wir an Ideen und Gedanken im Kopf haben, auf eine sinnvolle Art und Weise auch wirklich wird. Das erleben wir dann als positiv, uns glückt etwas. Darüber hinaus ist das Thema Glück immer verknüpft mit einer Haltung zum Leben hin. Diese bezieht sich zum einen auf das Selbstbild, zum anderen auf die Erwartungen an die Umwelt. Ich erlebe immer wieder, dass glückliche oder ´zumindest zufriedene Menschen im Schnitt offener sind mit sich und den anderen, ein klares Wertemuster haben und damit selbstbewusst durch den Alltag navigieren.

Demnach hat offenbar jeder seine eigenen Zugänge, aber es scheint ja dennoch ein paar Maßstäbe zu geben.

Pettenberg. Ganz genau. Die Frage ist aber immer, wie man die eigenen Ideen umsetzen kann. Denn genau an der Stelle zeigt sich bei vielen ein Fallstrick: Sie werden von ihren Sorgen und Ängsten übermannt und verbleiben auf der Ebene reiner Vorstellung. Mir geht es deswegen um eine Art Lebenstraining. In meinen Seminaren sehe ich immer wieder, dass die Menschen gerne dort abgeholt werden möchten: Wie kann ich umsetzen, was ich will? Und noch viel grundlegender: Wie erkenne ich überhaupt, was mir gut tut und wie verdammt kriege ich das auf ein Gleis im Alltag?

Die emotionale Fixierung auf die Angst, das scheint mir ein elementarer Aspekt zu sein. Was sagen Sie Ihren Klienten dazu?

Pettenberg: Es gibt bei uns allen zwei Grundemotionen: Angst und Liebe ! Starre oder Fluss. Dass wir uns alle jederzeit für eine der beiden Kategorien entscheiden können, ist vielen nicht bewusst. Im Selbstumgang ist deshalb eine wichtige Frage: Was leitet mich gerade, Liebe und Vertrauen oder Sicherheitsbedürfnis und Angst? Der Blick auf die negativen Aspekte liegt uns evolutionsbedingt näher. Heißt: Das Positive muss man sich erarbeiten, im Umgang mit sich selbst genauso wie in der Liebe . Hinzu kommt bei vielen dann noch eine falsche Fokussierung auf das Schlechte und alles, was nicht funktioniert. Diese Menschen vergleichen ganz viel. Und wer vergleicht, ist immer im Mangel.

Reden wir noch kurz von der Umsetzung der eigenen Wünsche. Was hilft uns dabei, und wo tun wir uns schwer?

Pettenberg: Viele vertrauen sich selbst zu wenig. Die haben auch einen ganz eigenen Umgang mit der Vorstellung, was denn Scheitern ist. Hier ist aus meiner Sicht die eigene Bewertung total entscheidend. Der Ansatz stimmt hier oft schon nicht. Dazu gehört, dass man sich nur etwas vornimmt, das realistisch ist und greifbar. Und zu versuchen, etwas Neues auszuprobieren, das ist immer gut. Das Leben begreife ich dabei als einen Erwartungshorizont, den wir zu einem großen Teil selbst bestimmen und immer wieder verändern. So ist Entwicklung möglich. Genauso wichtig finde ich das Mitfühlen. Auch mit sich selbst. Darin drückt sich eine stimmige Nähe aus. Neugier als Gegenmotiv zur Angst kommt dabei sofort ins Spiel. Sie hält uns wach, schafft eine Brücke zu Unbekanntem und ermöglicht Entwicklung, denn auch das ist Glück: Neues entdecken, daran wachsen und sich dabei immer selbst besser verstehen.

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Karten und weitere InfosUwe Pettenberg: "Warum die einen glücklich sind ..."Termin: Dienstag, 24. November 2015.Veranstaltungsort: SZ-Forum, Eisenbahnstraße 33, 66117 Saarbrücken.Beginn: 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr), Ende: ca. 20.30 Uhr.Preis: 40 Euro inkl. Getränk und Snack.SZ-Card-Preis: 35 Euro für SZ-Card-Inhaber.Kartenbestellungen unter der Tickethotline (06 81) 5 02 55 22oder direkt bei der SZ vor Ort in Saarbrücken.

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Zur PersonUwe Pettenberg ist Therapeut und Coach. Der Familienvater hat zwei Söhne und führt ein Beratungsunternehmen. Pettenberg hat eine Zulassung für Psychotherapie HPG, ist Mitglied im Hypnoseverband Deutschland e.V. und hält Vorträge , Seminare und Workshops zum Thema Glück, Zufriedenheit und Persönlichkeitsentwicklung.Sein Vortrag am 24. November behandelt ein grundlegendes Thema auf unterhaltsame Art: Glück ist keine Frage von Schicksal, sondern ein integraler Bestandteil des Alltags, wenn wir stimmig mit uns selbst umgehen. Blockaden hindern viele Menschen aber an der Eroberung des Glücks. Die eigenen Fallstricke kann jeder gekonnt hinter sich lassen, wenn wir unseren Ängsten klar ins Gesicht sehen. Erkennen Sie an diesem Abend Ihr persönliches Muster, meistern Sie unnötigen Stress und erfahren Sie ein Stück weit, wie leicht das Leben sein kann. Im Internet:www.ICHselbstAG.dewww.pettenberg.de