| 20:11 Uhr

Die drei Neuen starten mit dem "Faust"

Saarbrücken. Ein Theater ist immer auch so gut wie seine Schauspieler. Der beste Regisseur kann aus talentlosen Selbstdarstellern keinen überzeugenden Hamlet und kein ergreifendes Gretchen machen. Das Ensemble am Saarländischen Staatstheater macht da bisher einen durchaus guten Eindruck. Und es bleiben uns fast alle Darsteller erhalten. Nur Florian Steiner geht Von SZ-Redakteurin Susanne Brenner

Saarbrücken. Ein Theater ist immer auch so gut wie seine Schauspieler. Der beste Regisseur kann aus talentlosen Selbstdarstellern keinen überzeugenden Hamlet und kein ergreifendes Gretchen machen.


Das Ensemble am Saarländischen Staatstheater macht da bisher einen durchaus guten Eindruck. Und es bleiben uns fast alle Darsteller erhalten. Nur Florian Steiner geht. Aber dafür kommen gleich drei Neue. Für eine von ihnen geht es besonders aufregend los. Nathalie Hanslik startet mit der Parade- und Traumrolle jeder Schauspielerin: Die 27-Jährige spielt das Gretchen im "Faust" von Intendantin Dagmar Schlingmann. Mit dieser Premiere wird die Saison am 12. September eröffnet. Die Hannoveranerin hat bereits im Schauspielstudium unter anderem die Titelpartie in "Maria Stuart" gespielt. 2008 erhielt sie ihre erste Festanstellung am Staatstheater Hannover und spielte unter anderem die Meggie in "Tintentod" und die "Sophie" in "Kabale und Liebe". Jetzt also in Saarbrücken gleich das "Gretchen". Die Hauptdarsteller der letzten "Faust"-Inszenierung, die 1993 Kurt Josef Schildknecht einrichtete - Harald Krassnitzer, Hartmut Volle und Isabella Archan -, waren danach kleine Schauspiel-Stars an der Saar. "Faust" Harald Krassnitzer wurde dann aber als TV-"Bergdoktor" und "Tatort"-Kommissar dem Theater erfolgreich untreu. Ebenfalls im "Faust" besetzt ist der zweite Neue im Ensemble. Dagmar Schlingmann hat Andreas Anke als Herold verpflichtet. Der 1973 geborene Berliner wurde nach einem kleinen Umweg Schauspieler. Er lernte erstmal was "Richtiges" und wurde Facharbeiter für Anlagen und Geräte. 1996 kam er dann zur Schauspielerei und an die Leipziger Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig. Seine erste Festanstellung erhielt er 2000 am Theater Aachen, wo er unter anderem den Damis im "Tartuffe" spielte. 2003 wechselte er ans Mainfrankentheater Würzburg, wo er unter anderem der Spiegelberg in Schillers "Räubern" war. Anke führte auch Regie und leitete den Jugendclub am Mainfrankentheater. Auch der Dritte Neue im Bunde startet in Saarbrücken mit dem "Faust". Johannes Quester spielt den Valentin. Quester wurde 1981 in Dresden geboren. Er spielte Gitarre in Bands und lernte Pantomime. Sein Schauspielstudium schloss er 2005 in Rostock ab. Engagements am Volkstheater Rostock, am Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau und am Theater Bielefeld folgten. Unter anderen spielte er Rollen wie den Moritz Stiefel in Frank Wedekinds "Frühlings Erwachen"und auch den Hamlet. Wer sich also den "Faust" anschaut, kann gleich zu Spielzeit-Beginn alle Neuen auf einmal erleben. Mal sehen, ob ein paar neue Stars dabei sind.