Die Baudezernentenwahl wird verschoben

Am kommenden Dienstag steht die Baudezernentenwahl auf der Tagesordnung des Saarbrücker Stadtrats. Doch die rot-rot-grüne Koalition will die Entscheidung vertagen; offenbar ist man sich noch nicht einig. CDU-Fraktionschef Peter Strobel ist wütend.

Die für den 8. Dezember angesetzte Baudezernentenwahl wird um eine Woche verschoben. Das hat SPD-Fraktionschef Peter Bauer gestern mitgeteilt. Die rot-rot-grüne Koalition habe noch Diskussionsbedarf. Auch in der SPD sei man sich noch nicht einig. Im Personalausschuss des Stadtrates sei die Personalie von der Tagesordnung genommen worden, es habe also keine Empfehlung für die Stadtratssitzung gegeben, sagte Bauer. Zu Beginn der Sitzung am 8. Dezember werde die Koalition formal die Vertagung der Baudezernentenwahl beantragen.

Am Montag hatten sich mehrere Kandidaten in den Koalitionsfraktionen vorgestellt und SPD , Grüne und Linke intensiv diskutiert. Offensichtlich konnten sie sich nicht einigen - auch nicht auf Amtsinhaberin Rena Wandel-Hoefer. SPD-Fraktionschef Peter Bauer hatte immer wieder betont, dass das Rennen offen ist. Zehn Kandidaten hatten sich auf die Stelle beworben, darunter auch Stefan Ochs, Architekturprofessor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW).

CDU-Fraktionschef Peter Strobel reagierte gestern erbost auf die Ankündigung Bauers: "Das ist ein Skandal und der Tiefpunkt in einer langen Kette von Missachtungen des Stadtrats und der Bürger. Die Stadt macht sich lächerlich." Zudem sei es ein sehr schlechter Umgang mit Rena Wandel-Hoefer, einer bundesweit renommierten Architektin. Strobel hat kein Verständnis, dass Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Vertagung zulässt. "Was soll in dieser einen Woche passieren?", fragt der Christdemokrat. Die Koalition werde es auch dann nicht schaffen, einen Kandidaten zu präsentieren, der "konkurrenzfähig" sei. Strobel drohte, dass seine Fraktion die Stadtratssitzung am nächsten Dienstag verlassen werde, wenn die Koalition den Tagesordnungspunkt "Baudezernentenwahl" absetze. Die CDU hatte 2007 Wandel-Hoefer für das Amt der Baudezernentin vorgeschlagen. Die Christdemokraten sind für eine zweite Amtszeit Wandel-Hoefers. Als Erfolge sehen sie unter anderem die Neugestaltung der Berliner Promenade und den Rabbiner-Rülf-Platz. In dieser Woche hatte Wandel-Hoefer zudem Bilanz gezogen, welche wichtigen Bebauungspläne 2014 und 2015 auf den Weg gebracht wurden. Sie verwies unter anderem auf das neue Wohngebiet am Franzenbrunnen, das aber eine Bürgerinitiative bekämpfte.