Die Aufholjagd beginnt

Die Meisterschaftsfrage in der 2. Frauenfußball-Bundesliga ist geklärt – aber dahinter kämpfen vier Teams um Platz zwei. Eines davon ist der 1. FC Saarbrücken, der nun den direkten Konkurrenten FC Bayern II zu Gast hat.

Fünf Spieltage vor dem Abschluss dieser Saison stehen die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken auf dem fünften Tabellenplatz der 2. Bundesliga Süd und haben bis zu Position zwei noch alle Möglichkeiten. Hinter dem designierten Aufsteiger 1. FC Köln streiten sich neben den Saarländerinnen auch der TSV Crailsheim (35 Punkte), der 1. FFC Frankfurt II (32) und der FC Bayern München II (31) um den Titel. Saarbrücken hat mit 28 Punkten zwar die schlechteste Ausgangssituation unter den Verfolgern, doch dafür müssen Crailsheim, Frankfurt und München noch gegen die Übermannschaft aus Köln spielen, die bisher noch kein Spiel verloren hat. Weiteres Plus: Am letzten Spieltag treffen Frankfurt und Crailsheim aufeinander. Und an diesem Sonntag um 14 Uhr ist die Zweitvertretung des FC Bayern zu Gast auf dem Saarbrücker Kieselhumes - die perfekte Chance, um auf den ersten Metern des Endspurts einige Punkte aufzuholen.

Doch die Bilanz der vergangenen vier Spiele gegen den FCB ist nicht gerade hoffnungsspendend: Ein Sieg steht drei Niederlagen gegenüber. "München hat seit Jahren eine der spielstärksten Mannschaften der Liga. Sie haben viele junge und gut ausgebildete Spielerinnen. Das haben wir aber auch, daher wird dies eine knappe Sache auf Augenhöhe", sagt FCS-Teammanager Winfried Klein, der "jetzt erstmal die letzten Spiele der Bayern aufarbeiten" möchte, "um die Mannschaft bestmöglich darauf einzustellen". Denn mit einem Sieg könnte Saarbrücken , dank der besseren Torbilanz, am bayerischen Vordermann vorbeiziehen.

Möchte man diesen Drang nach vorne personifizieren, dann kommt man bei den Blau-Schwarzen derzeit nicht an Lena Ripperger vorbei. Die 21-jährige Mittelfeldspielerin hat sich im Laufe der Saison zur absoluten Leistungsträgerin gemausert. Nachdem sie von dem Flügel ins Zentrum gerückt ist, ist nicht nur defensiv die Mitte undurchdringlicher, auch das Umschaltspiel zwischen Abwehr und Angriff verläuft deutlich reibungsloser. "Ich gebe einfach mehr Gas im Training und sehe es nicht mehr so locker, wie im Jahr davor. Ich nehme generell jetzt vieles viel ernster. Das Trainerteam möchte auch, dass ich mehr Verantwortung übernehme", sagt Ripperger und lacht: "Mit fast 22 Jahren gehöre ich bei uns schon fast zu den Älteren." Und als eben diese Führungsspielerin geht sie auch absolut optimistisch und selbstbewusst in die Partie gegen Bayern München. Sie sagt deutlich: "Wir wollen die drei Punkte und Bayern überholen."