Deutlich weniger Einbrüche in Saarbrücken

Nach dem Hoch im vergangenen Jahr deutet sich in Saarbrücken ein deutlicher Rückgang der Einbruchskriminalität und von Taschendiebstählen an. Bislang stiegen die Täter in diesem Jahr in 330 Objekte ein. Die Oberbürgermeisterin möchte mehr Uniformierte in den Straßen sehen.

Nach 580 Wohnungseinbrüchen in Saarbrücken im Jahr 2014 und 590 Einbrüchen im Folgejahr (davon 185 in St. Johann) ist die Polizei zuversichtlich, dass der Trend in diesem Jahr gebrochen wird. Der St. Johanner Polizeichef Udo Schneider und der Leiter des Saarbrücker Kriminaldienstes, Christian Eckert, berichteten am Dienstag im Hauptausschuss des Stadtrates, dass bislang 330 Einbrüche aktenkundig geworden seien; Ende September 2015 habe man bei 480 Taten gestanden. "Es geht erheblich nach unten, wir sind auf einem guten Weg", so Eckert, der die Entwicklung vor allem auf die akribische Arbeit der in Dillingen angesiedelten Ermittlungsgruppe Wohnungseinbruch und deren "Analyse-Tool", aber auch auf ständige Präsenz der Streifen und die Mithilfe einer sensibilisierten Bevölkerung zurückführte. Auch bei den Taschendiebstählen in den Haupteinkaufsstraßen und großen Geschäften von Saarbrücken ist nach neuesten Zählungen eine deutliche Entspannung zu erwarten. Ihre Zahl sank von 1022 im Jahr 2014 auf 500 im vergangenen Jahr und lag zuletzt bei 233.

Fragen der Kommunalpolitiker, ob es bandenmäßigen Diebstahl von Fahrrädern oder Angst-Räume gebe, in denen man sich nachts nicht mehr aufhalten sollte, beantworteten die Polizeiführer mit "Nein". Man solle Kriminellen aber auch keine Tatgelegenheiten bieten. So könne es generell gefährlich sein, mit einem i-Phone an einer einsamen Bushaltestelle zu hantieren.

Nach Schilderung der Polizei ist die Kriminalität in Saarbrücken - 24 500 Straftaten im vergangenen Jahr, davon 9500 in St. Johann - für eine Stadt dieser Größe mit Oberzentrumsfunktion und einer Unzahl von Tatgelegenheiten nicht außergewöhnlich.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ) und Redner mehrerer Fraktionen lobten die Polizei für deren kurzen Draht zu den Gremien von Stadt und Gewerbetreibenden.

Britz erinnerte an ihr Schreiben an den saarländischen Innenminister vom 31. August, in dem sie "neue Wege in der Sicherheitsarbeit" von Land und Stadt anregt, unter anderem die Verstärkung der Streifen von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst, die Entwicklung eines Videoüberwachungssystems, bei dem der Datenschutz nicht leidet, eine gemeinsame mobile Innenstadt-Wache zur Prävention oder Bürgersprechstunden in Sachen Sicherheit. Bislang, so die Oberbürgermeisterin, habe der Minister noch nicht geantwortet.