Der Zufall vereinte zwei Freunde im Tod

Lebach · Die Lebacher Arbeitsgruppe Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt Ruhestätten aus dem Ersten Weltkrieg in Consenvoye. Dort liegen auch zwei Niedersaubacher Freunde im Tod wieder vereint.

 Leo Willms, Lothar Schmidt, Joachim Gross, Peter Rück und Klaus Wenske (von links) auf dem Friedhof Consenvoye. Foto: Willms

Leo Willms, Lothar Schmidt, Joachim Gross, Peter Rück und Klaus Wenske (von links) auf dem Friedhof Consenvoye. Foto: Willms

Foto: Willms

Das Dorf Consenvoye, etwa zwölf Kilometer von Verdun entfernt, ist im September 1984 weltweit bekannt geworden, als sich Bundeskanzler Helmut Kohl und Staatspräsident Francois Mitterrand dort zur Versöhnung die Hände reichten. Der französische Staatspräsident und der deutsche Bundeskanzler legten im Gedenken an die Toten beider Weltkriege Kränze nieder und erklärten: "Wir haben uns versöhnt, wir haben uns verständigt, wir sind Freunde geworden."

Die Lebacher Arbeitsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte es in diesem Sommer, zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs, übernommen, diesen deutschen Soldatenfriedhof zu pflegen. Der Friedhof wurde von den Franzosen 1920 angelegt, um die vielen deutschen Gefallenen, die im Maastal, in und um Verdun und im Argonnerwald umkamen, zentral zu bestatten. Noch bis in den Zweiten Weltkrieg hinein wurden die Überreste deutscher Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg hergebracht. Man fand sie auf den Feldern und in den Wäldern der Argonnen, ebenso auf kleineren Soldatenfriedhöfen.

Den Friedhof Consenvoye hatten sich die Lebacher ausgesucht, weil auch zwei Niedersaubacher Gefallene dort bestattet sind. Es handelt sich um Johann Schmitt und Johann Heinrich, zwei Freunde , die im gleichen Regiment, aber in unterschiedlichen Kompanien dienten. Schmitt und Heinrich wuchsen miteinander auf, wohnten einander gegenüber, gingen miteinander zur Schule und wurden gleich zu Kriegsbeginn als Reservisten in das sogenannte Argonnerregiment eingezogen. Schmitt fiel im November 1914 mit 24 Jahren; Heinrich besuchte sein Grab noch einige Male, bis er selber mit 25 Jahren im Februar 1915 umkam. Durch einen Zufall sind nun die Freunde im Tod wieder vereint, knapp zwölf Meter entfernt bestattet. Einer größere Besuchergruppe aus Niedersaubach wird, begleitet von sechs Lebacher Fallschirmjägern, am 19. Juli erneut aufbrechen, um der Gefallenen zu gedenken.

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