"Der Spritpreis ist widerlich"

Saarbrücken. Wie ein deutscher Städtevergleich der Zeitschriften "Guter Rat" und "Das Haus" zeigt, ist bei den Benzinpreisen Saarbrücken die teuerste Stadt in Deutschland (wir berichteten). Dort musste an den Tankstellen zum Zeitpunkt des Vergleichs 1,514 Euro pro Liter bezahlt werden, während in Mühlheim an der Ruhr als günstigster Stadt nur 1,419 Euro fällig wurden

Saarbrücken. Wie ein deutscher Städtevergleich der Zeitschriften "Guter Rat" und "Das Haus" zeigt, ist bei den Benzinpreisen Saarbrücken die teuerste Stadt in Deutschland (wir berichteten). Dort musste an den Tankstellen zum Zeitpunkt des Vergleichs 1,514 Euro pro Liter bezahlt werden, während in Mühlheim an der Ruhr als günstigster Stadt nur 1,419 Euro fällig wurden. Der bundesweite Durchschnitt lag bei 1,477 Euro pro Liter Superbenzin. Die Umfrage sei laut Tilo Neuhaus, stellvertretender Chefredakteur von "Das Haus", nur eine Stichprobe gewesen, die keinen Anspruch auf "wissenschaftliche Genauigkeit stellt". "Heute ist Saarbrücken Tabellenführer, morgen ist es vielleicht München. Der Umfragwert ist doch nur eine Momentaufnahme", erklärt Michael Gindorf, Leiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Saarland. Denn: "Das sind Wettbewerbspreise in einem regionalen Markt." Neben den Preisbewegungen an den internationalen Ölmärkten spielt Wettbewerb unter regionalen Tankstellen eine große Rolle bei der Preisbildung. Gindorf rät, die Tankstellenpreise zu vergleichen. In Luxemburg lassen sich etwa bis zu 25 Cent pro Liter sparen. "Clevere Autofahrter fahren billiger" sagt Gindorf. Die Spritpreise derzeit sind "einfach widerlich", sagt Manuela Janes (27) aus Neunkirchen in einer Umfrage der Saarbrücker Zeitung. Marta Fei (25) sieht den Benzinpreisanstieg im Saarland und die Höchstpreise in Saarbrücken entspannter, denn "Sprit ist überall teuer und wenige Cent Unterschied machen es dann auch nicht mehr aus." Sie tankt für 150 Euro monatlich und versucht, das Fahren einzuschränken, beziehungsweise miteinander zu verbinden. So fährt sie neuerdings nach der Arbeit immer direkt in den Supermarkt, was mehr Stress, aber weniger Benzinkosten bedeutet. Auch Porschefahrerin Birgit Hartmann-Morawietz stören die hohen Benzinpreise. Sie tankt für circa 50 Euro die Woche, wovon der Hauptanteil für Dienstfahrten ist. In letzter Zeit bleibt der Porsche aber öfter stehen, denn "kurze Wege gehe ich zu Fuß", erklärt die technische Angestellte. Somit reagiert auch die Saarbrückerin auf die steigenden Preise. Marc Mailänder (28) aus Saarbrücken beklagt, dass "auch die Lebenshaltungskosten immer höher werden und es bezüglich des hohen Spritpreises aber doch keine echten Alternativen zum Auto gibt." Er fährt ganz bewusst einen Kleinwagen denn "was anderes ist doch kaum mehr möglich." Zudem tankt er Diesel, was bei 1, 38 Euro aber auch schon "der Hammer ist". Jan-Philipp Luxenburger, 21 Jahre alt, aus Saarbrücken studiert in Köln und gehört zu den Pendlern. Daher ist auch er gezwungen, oft zu tanken. "Die Fahrt über Luxemburg lohnt sich trotzdem nicht wirklich", sagt er. Zumal den Sprit seine Eltern zahlen.

HintergrundDen Spritverbrauch seines Autos kann man bis bis zu 25 Prozent reduzieren, wenn man sich an folgende Regeln hält. Das macht bei einer Fahrleistung von 15000 Kilometern im Jahr 400 Euro Ersparnis. Vermeiden Sie Lärm und Spritverschwendung mit Leichtlaufreifen. Gönnen Sie Ihrem Motor ein Leichtlauföl. Messen Sie Ihren Reifendruck. Erhöhen Sie den Druck auf "volle Beladung". Entrümpeln Sie gründlich Ihren Kofferraum. Verzichten Sie möglichst auf Extras wie eine Klimaanlage. Motor aus bei mehr als 30 Sekunden Standzeit. Gehen Sie bei starkem Gefälle vom Gas und genießen Sie Nullverbrauch. Bei leichtem Gefälle können sie den Leerlauf einlegen.Vermeiden Sie häufiges Bremsen und Beschleunigen. Fahren Sie auf der Autobahn zwischen 100 km/h und 130 km/h (wo erlaubt). Beschleunigen Sie mit viel Gas in den einzelnen Gängen. kip

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort