Der Silomais steht gut im Wuchs

Im zeitigen Frühjahr rechneten die Bauern der Region noch mit einer guten Getreideernte. Trockenheit im Mai und Regen im Juli sorgten jedoch für Mengen- und Qualitätsverluste beim Weizen. Die SZ sprach mit Karsten Schmeer, Josef Raber und Valentin Puhl.

Der milde Winter nährte bei den Landwirten die Hoffnung auf einen hohen Ertrag bei der diesjährigen Ernte. Petrus ließ jedoch schon im Mai die Zuversicht sinken, als er nämlich mit Regen geizte. Der Riegelsberger Landwirt Valentin Puhl berichtet: "Das trockene Wetter hielt mehrere Wochen an und fiel zeitgleich auf die Vegetationsphase des Getreides. Für die optimale Ausbildung der Körner, die sogenannte Kornfüllphase, ist neben Wärme auch Feuchtigkeit notwendig. Hinzu kam: Zu spät gedroschener Weizen eignete sich wegen viel Feuchtigkeit nur zu Futterzwecken."

Josef Raber aus Köllerbach-Rittenhofen bepflanzt Ackerland auch über das Köllertal hinaus und kann daher von den unterschiedlichen Erträgen auf den verschiedenen Bodenarten berichten. "Die Erträge von Winterweizen, Gerste und Roggen waren im Köllertal normal, hätten allerdings reichhaltiger sein können, wenn es zur Zeit der Kornfüllphase von Ende April bis Juni mehr geregnet hätte. Auf den Nässe speichernden Köllertaler Sand-Lehm-Böden litt der Weizen weniger unter der Trockenheit als zum Beispiel auf den reinen Sandböden im Schwalbacher Raum". Die Trockenheit und die Beschaffenheit der Böden hat sich auch auf den Ertrag beim Raps ausgewirkt, wie der Landwirtschaftsmeister feststellt: "Im Köllertal habe ich eine normale Ernte von vier bis viereinhalb Tonnen pro Hektar eingefahren, auf den Sandböden der Röchling-Höhe waren es dagegen bis zu einer Tonne weniger".

Laut der Pariser Börse vom 21. August erhält der Erzeuger für einen Doppelzentner Raps knapp 30 Euro. Für die gleiche Menge Brotweizen gibt es derzeit 16 und für den minderwertigen Futterweizen um die elf Euro. Raber muss nach eigenen Angaben 3,5 Tonnen Raps pro Hektar Ertrag erzielen, damit der Anbau kostendeckend ist. Karsten Schmeer, Vorsitzender des Kreisverbandes Saarbrücken im Bauernverband, spricht in seiner Bilanz von einer durchschnittlichen Ernte.

Er beklagt aber, dass der erhoffte hohe Ertrag wegen der Trockenheit im Mai und dem Regen während der Erntezeit ausgeblieben sei. Die Qualität beim Weizen sei nur bei den Bauern gut gewesen, die vor dem wechselhaften Wetter in der zweiten Julihälfte gedroschen hätten. Die Silage-Ernte ist, so Schmeer weiter, optimal verlaufen, während der Regen beim Heueinholen Probleme bereitete. Der Silomais steht laut einhelliger Aussagen der Bauern gut im Wuchs, sodass sie mit einer hohen Ertragsmenge rechnen können.