Der Sieger trauert, der Verlierer jubelt

Der ganze Aberwitz der saarländischen Fußball-Relegation machte sich am Sonntagnachmittag auf dem Lautenbacher Sportplatz bemerkbar. Der FC Lautenbach trauerte trotz des 5:4-Sieges über den SV Kirrberg, der Verlierer jubelte über den Aufstieg in die Landesliga Ost.

Fußball kann so einfach sein. Wer mehr Tore schießt, hat gewonnen. Wenn es sich um ein Finalspiel handelt, folgen Bierduschen und Sektkorken knallen. Im Saarland ist das etwas anders, wie sich vor 500 Zuschauern am Sonntag auf dem Rasenplatz des FC Lautenbach herausstellte. Der Vizemeister der Bezirksliga St. Wendel, der das erste Aufstiegsrunden-Spiel zur Landesliga beim SC Wemmatia Wemmetsweiler am vergangenen Mittwoch mit 1:3 verloren hatte, bezwang in einer dramatischen Begegnung den SV Kirrberg, Vizemeister der Bezirksliga Homburg, mit 5:4 (2:0).

Auch das vorsorglich ausgetragene Elfmeterschießen gewann das Team aus dem Ottweiler Stadtteil mit 5:4. Trotzdem herrschte beim FCL mehr Niedergeschlagenheit als Freude. "Wir haben es nicht verstanden, unseren Vorsprung zu halten und für ein klares Ergebnis zu sorgen, deshalb reicht es nicht zum Aufstieg. Egal, wie die ausstehende Begegnung in Kirrberg am Mittwoch ausgeht, es ist auf jeden Fall einer vor uns", sagte Lautenbachs Spielertrainer Boris Becker.

Sein Team lag zur Pause durch Treffer von Dirk Wittling (20.) und David Görges (35.) mit 2:0 vorne, um dann innerhalb von zwölf Minuten durch einen Doppelschlag von Daniel Riehm (55. und 58.) sowie ein Eigentor von Salvatore Rimasti (67.) drei Gegentreffer zu kassieren. Spielertrainer Boris Becker schaffte noch mal den Ausgleich (77.), den Kirrberg mit dem 4:3 durch Yilmaz Aytac beantwortete (79.).

Die Schlussphase war dann an Dramatik nicht zu überbieten. Lautenbach glich durch den eingewechselten Pascal Rheinheimer aus (88.), ehe Carsten Michel in der zweiten Minute der Nachspielzeit per Kopfball für den Lautenbacher 5:4-Siegtreffer sorgte.

Die Gäste aus dem Homburger Stadtteil stellten sich trotz der Niederlage zum Mannschaftsfoto auf, weil sie unabhängig vom Ausgang der Relegationsrunde in die Landesliga Ost aufsteigen dürfen. Dort ist ein Platz frei, so dass die Aufstiegsrunde für die Kirrberger eigentlich irrelevant ist. "Wir gehen alle davon aus, dass wir am Mittwoch nach unserem Heimspiel gegen Wemmetsweiler die Bestätigung bekommen, dass wir in der kommenden Runde in der Landesliga Ost spielen. Alle, die hier waren, haben aber gesehen, dass wir das Spiel nicht hergeschenkt haben", sagte SVK-Trainer Dirk Schneider.

Das Kirrberger Heimspiel morgen gegen den SC Wemmetsweiler (19 Uhr, Hartplatz Am Lerchenhübel) muss ausgetragen werden, weil Wemmetsweiler mit einem Remis die Aufstiegsrunde gewinnen und damit ebenfalls in die Landesliga aufsteigen kann. Gewinnt Kirrberg mit mehr als zwei Toren Differenz, belegen die Homburger den ersten Platz in der Aufstiegsrunde und außer ihnen steigt kein weiterer Aufstiegsrunden-Teilnehmer in die Landesliga auf.