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Der Saarbrücker Wald wird dichter

Saarbrücken. Die 2100 Hektar Saarbrücker Wald werden auch 2015 noch etwas dichter, denn die Verantwortlichen nehmen weniger Holz heraus, als nachwächst. Das ist der Nachhaltigkeit geschuldet, aber auch der Rücksicht auf die – sehr kritischen – Nutzer. Peter Wagner

Die Saarbrücker Förster wollen auch im Jahr 2015 deutlich weniger Holz einschlagen, als dem Wald auf natürliche Weise zuwächst. Dem (per Hochrechnung ermittelten) zu erwartenden Zuwachs von 12 000 Festmetern Holzmasse steht eine Ernte von nur 10 000 Festmetern gegenüber. "Ein Privatforstbetrieb würde dies wahrscheinlich nicht so machen, weil bei ihm die größtmögliche Rendite im Vordergrund steht", sagt Ralf Blechschmidt, Abteilungsleiter Stadtwald bei der Landeshauptstadt, und erklärt die moderate Nutzung und den freiwilligen Einnahmeverzicht nicht nur mit dem Anspruch des nachhaltigen Wirtschaftens. Gerade in einem extrem stark genutzten Stadtwald wie dem Saarbrücker werde Holzernte von den verschiedensten Waldnutzergruppen als "großer Störfaktor" wahrgenommen. Darauf, so Blechschmidt, nehme man Rücksicht. Weil in den Saarbrücker Wäldern fast nur Laub- und kaum Nadelholz wächst, muss der Einschlag zwischen Oktober und März erfolgen - eben, wenn das Laub abgefallen ist und die Bäume nicht im Saft stehen. Während der Belaubung zu ernten, ist für die Menschen gefährlich und für das Produkt Holz nicht so gut, weil die Stämme dann im Saft stehen und leichter verderben. In Nadelholzrevieren wird übers ganze Jahr geerntet, so dass sich die unumgänglichen Einschränkungen für die Waldnutzer besser verteilen.

Blechschmidt und seinem Revierförster Rafael Greif ergeht es in Saarbrücken wie allen Kollegen in anderen Ballungszentren. Viele Stadtmenschen neigen eher als Landbevölkerungen dazu, den Sinn von Forstwirtschaft zur Waldpflege, als Lieferant von Roh- und Brennstoffen sowie als Arbeitgeber in Frage zu stellen. Die Verantwortlichen müssen viel erklären und Leute überzeugen.

Der jährlich aufgrund des Waldgesetzes aufzustellende und vom Stadtrat zu beschließende Forstwirtschaftsplan folgt nicht dem Gutdünken der jeweiligen Förster, sondern den alle zehn Jahre stattfindenden Inventuren, deren Ergebnis sich im sogenannten Forsteinrichtungswerk wiederfindet. Das derzeitige läuft noch bis 2020 und legt die Entnahmen nach Mengen, Altersklassen und Baumarten fest. Der Stadtforst wirtschaftet "naturnah" und weitgehend analog zum Saarforst.

In Saarbrücken gibt es fast 2100 Hektar Wald, davon etwa 1000 im Bezirk Mitte, fast 800 Hektar im Bezirk Halberg, 200 im Westen und nicht ganz 100 in Dudweiler. 37 Prozent der Bäume sind Buchen, 25 Prozent Eichen. Die gesamte Holzmasse wird auf 506 000 Festmeter geschätzt. Von den 10 000 Festmetern Ernteholz gehen etwa 80 Prozent an die Industrie (beziehungsweise Handel und Handwerk), 2000 Festmeter werden von Privatleuten für den Eigenbedarf erworben. Die Stadt rechnet 2015 mit einem Verkaufserlös bei Holz von insgesamt 280 000 Euro.

Der Holzeinschlag in den Saarbrücker Wäldern für dieses Winterhalbjahr geht in die Endphase. Bis Ende März wird noch im Stadtwaldteil St. Johann, im Deutschmühlental, in der Fechinger Nachtweide, in Bübingen und im Ensheimer Tal in größerem Maß gefällt.

Wer Brennholz für den Eigenbedarf möchte, wendet sich an die städtische Forstabteilung unter der Telefonnummer (06 81) 9 05 23 10.