Der Reformstau bei G 8 soll abgebaut werden

Saarbrücken. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) will die Schüler am achtjährigen Gymnasium (G 8) entlasten. Diesem Ziel dient eine überarbeitete Stundentafel, die Kessler gestern vor Journalisten in Saarbrücken vorgestellt hat. Die Reform der Stundentafel soll zum Schuljahr 2010/11 umgesetzt werden, und zwar in den Klassenstufen fünf, sechs, acht und zehn

Saarbrücken. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) will die Schüler am achtjährigen Gymnasium (G 8) entlasten. Diesem Ziel dient eine überarbeitete Stundentafel, die Kessler gestern vor Journalisten in Saarbrücken vorgestellt hat. Die Reform der Stundentafel soll zum Schuljahr 2010/11 umgesetzt werden, und zwar in den Klassenstufen fünf, sechs, acht und zehn.

Vor allem strebt Kessler eine Entlastung beim Einstieg ins achtjährige Gymnasium an. Hier waren in der Klassenstufe fünf für die Fächer Deutsch, erste Fremdsprache und Mathematik jeweils sechs Wochenstunden eingeplant. In Zukunft sollen diese auf jeweils fünf Stunden reduziert werden. Ferner wird in der Eingangsklasse eine Klassenlehrer-Fachstunde eingeführt, die den Neulingen am Gymnasium zu einer besseren Orientierung verhelfen soll.

Allerdings soll sich an der Gesamtstundenzahl des G 8 nichts ändern, weil die dabei absolvierten 265 Stunden von der Kultusministerkonferenz vorgeschrieben seien. Insofern sind die Einheiten in Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache, die in den Klassenstufen fünf und sechs eingespart werden, in späteren Klassenstufen draufzupacken.

Kessler: "Die Reform des G 8 verfolgt mehrere Ziele. In der Neugestaltung der Stundentafel wollten wir eine Überforderung vermeiden und somit zur Entlastung der Schüler beitragen. Ferner war eine gerechtere Verteilung der einzelnen Fächergruppen geplant." Zudem sollte der Reformstau am G 8 zügig abgebaut werden.

Allerdings reiche dafür nicht die Überarbeitung der Stundentafel aus. Der Minister: "Es ist auch eine Straffung der Lehrpläne notwendig." Deshalb werde er am Freitag dieser Woche die Lehrplan-Kommissionen neu einberufen, die die Lehrpläne "in qualitativer und quantitativer Hinsicht" überarbeiten sollten. Die neuen Lehrpläne sollten dann zum nächsten Schuljahr vorliegen. Ziel sei es nach Darstellung des Bildungsministers dabei, ein "nachhaltiges Lernen zu fördern" und zu einem höheren Kompetenz-Niveau der Schüler beizutragen.

Nicht ganz so schnell wird es mit der Einführung des fünften Grundschuljahres gehen, das im Sinne eines längeren gemeinsamen Lernens im Koalitionsvertrag von CDU, FDP und Grünen vereinbart worden ist. Derzeit bereite man eine Konzeption für das fünfte Grundschuljahr vor, sagte Kessler. Allerdings werde für diese Reform eine entsprechende Änderung der Landesverfassung erforderlich, die nur mit einer Zweidrittel-Mehrheit vorgenommen werden könnte. Dazu müsse man die Opposition einbinden, worüber man bereits informelle Gespräche führe. "Unser Ziel ist, das nachhaltige Lernen zu fördern."

Minister Kessler