Der Lemmes, eines der letzten saarländischen Geheimnisse

So mancher Saarländer musste sich schon den Vorwurf gefallen lassen, er sei wohl „vom Lemmes gepickt“. Um herauszufinden, wer dieser Lemmes ist, wurde SZ-Redakteur Marco Reuther mal wieder zum Fantasy-Autor.

"Du bischd jo vum Lemmes gepickt!", das saarländische Sprichwort, das so viel bedeutet wie "Du bist wohl verrückt", ist bekannt. Aber niemand weiß, wer der Lemmes ist: ein Tier, wie der Lämmergeier oder der Lemming, eine keltische Gottheit oder der chinesische Meister Lee Mes, der die Akupunktur ins Saarland brachte?

Dieser Frage widmet sich Marco Reuther, hauptberuflich Redakteur bei der Saarbrücker Zeitung, in seinem Fantasyroman "Der Lemmes - das Saarland hat ein Geheimnis", den er am Freitag im Riegelsberger "Kemenate" vorgestellt hat.

Reuther erinnert sich noch genau, wie sein Verleger vor eineinhalb Jahren auf ihn zukam mit der Idee: "Mir geht seit einiger Zeit eine Frage durch den Kopf: Wer ist dieser Lemmes in dem saarländischen Sprichwort? Willst du darüber nicht schreiben?" Reuther war sofort begeistert "Beim Schreiben wurde ich selbst ständig vom Lemmes gepickt", sagt er scherzend.

So ist ein Fantasyroman entstanden, in dem es um die drei Hauptcharaktere Tim, Jolande und Herr Koschinski geht. Sie wollen den letzten Lemmes retten und begeben sich dabei auf ein gefährliches Abenteuer mit zahlreichen Rätseln aus der saarländischen Vergangenheit. Die Jagd führt durchs ganze Saarland von Merzig über Völklingen und Homburg bis nach Oberthal.

Eine Besonderheit des Romans: Interessierte können die Helden auf ihrem Weg begleiten, denn auf der Homepage www.der-lemmes.de, gibt es Fotos und historische Bilder der Orte, an denen der Roman spielt. Aber auch die Lesung wird von moderner Technik begleitet. Eine Diashow zeigt Fotos der Spielorte und stellt sie den Zeichnungen im Buch gegenüber. Begleitet wurde die Lesung in Riegelsberg von der Band "Last Order" die mit "ihrer Folkmusik gut zum Genre Fantasy passen", wie Marco Reuther findet, die aber nach eigener Aussage auch große Fans des saarländischen Autors sind.