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Der Kommissar und das Mädchen

Szene aus dem Saarbrücker Weihnachts-„Tatort“. Devid Striesow als Kommissar Stellbrink „ermittelt“ auch im Rotlichtmilieu. Foto: SR
Szene aus dem Saarbrücker Weihnachts-„Tatort“. Devid Striesow als Kommissar Stellbrink „ermittelt“ auch im Rotlichtmilieu. Foto: SR FOTO: SR
Saarbrücken. Wenn Kommissar Stellbrink ermittelt, schütteln die einen den Kopf, schaltet mancher ab, sind andere dagegen begeistert. Wir haben auf unserer Facebookseite „Leben in Saarbrücken“ gefragt, wie der Weihnachts-„Tatort“ ankam. Martin Rolshausen

Jupp, der Taxifahrer, der Maria, die Italienerin, zum Entbinden in einen Stall bringt. Ein Kommissar, der sich erst auf dem Christkindlmarkt Handy und Papiere klauen, sich im Bordell dann

mit K.o.-Tropfen ins Reich der Träume schicken lässt. Ein Mord im Taxifahrermilieu. Ein impulsiver italienischer Gastronom. Ein Polizeichor. Fahrerflucht. Erpressung. Das sind einige der Zutaten, aus denen der Saarländische Rundfunk den "Tatort" mit dem Titel "Weihnachtsgeld " gebacken hat.

Vielen hat die Mischung geschmeckt. Tina Schorietta schreibt zum Beispiel auf der Facebookseite der SZ-Lokalredaktion: "Ich fand den gut! Unterhaltsam und anders als die üblichen durchschaubaren Tatorte ! Gerne mehr davon!"

Frank Durst fand ihn "durchaus sehenswert". "Man darf nicht alles so ernst nehmen. Wir Saarländer sind doch sonst so ein lustiges Volk und verstehen viel Spaß. Über die Drehorte kann man ja nun wirklich streiten - allerdings wurde die Weihnachtsgeschichte von Maria, Jupp und dem am Heiligen Abend geborenen Giovanni-Jupp im Stall in Rubenheim doch gut erzählt. Da wird es einem doch warm ums Herz - und Rubenheim wird ja eventuell nicht nur zum Kleintiroler Weiherfest zur Pilgerstätte", schreibt er. Ulrike Oster schreibt: "Es gab schon schlechtere Tatortfolgen mit dieser Besetzung aus Saarbrücken ." Marion Bredebusch findet: "Es gab gute und schlechte Seiten. Aber viel mehr gute als schlechte. Und die Wendung am Ende war richtig spannend." "Das war eine herrliche Tatort-Krimi-Weihnachtskomödie mit viel Charme gespielt aus dem Saarland", freut sich Trudi Höfert-Wendrich.

Anke Blatt teilt uns mit: "Mir hat der Tatort sehr gut gefallen. Es war von allem was dabei. Kommt vielleicht daher, dass ich keine Saarländerin bin, sondern erst einige Jahre hier lebe. Aber oh Wunder, neben mir saß ein waschechter Saarländer und hat den Tatort geschaut, und was soll ich sagen? Ihm gefiel, was er sah."

Jucy Mayerné hat sich "gefreut, mal wieder ein paar Bilder von meiner Heimatstadt zu sehen". Gaby Lichter schreibt: "Ich habe seit Langem mal wieder einen Tatort von Anfang bis Ende geschaut. Ich fand ihn lustig, spannend, und die Bilder des Christkindlmarktes waren auch schön."

Eddy Linnenberger findet den Saarbrücker "Tatort" besser als seinen Ruf. Leonhard Bierbrauer bedauert dagegen, dass er für solche Sachen Rundfunkgebühren bezahlen muss.

Es gibt noch andere Kritik. Cliff Allister Lumpi Gaspers zum Beispiel fordert: "Einstampfen, einstellen, aufhören. Es hat keinen Sinn. Grausam." "Tatort aus Saarbrücken ist wie ein Porno mit angezogenen Darstellern", findet Christian Baum. Michael Pitsch rät: "Sucht euch einen neuen authentischen Ermittler."

"Peinlich!", schreibt Petra Kreer-Schlecht und fragt: "Hatten sie nicht versprochen, nach dem letzten Desaster alles besser machen zu wollen?" Silvana Nicolina Diedrich fasst zusammen: "Ist Geschmacksache, sagte der Affe und biss in die Seife."



Zum Thema:

HintergrundDas schreiben die Kritiker zum Saarbrücker "Tatort":Die "Frankfurter Allgemeine" schreibt online: "Das Saarland bietet genug Stoff für Kriminalgeschichten, der "Tatort" aber hat genug mit sich selbst zu tun: Ein Weihnachtskrimi, der nicht gerade zum Nachdenken einlädt." Und: "Stellbrink ist eine Kunstfigur, die allenfalls mal eine charmante Szene tragen kann, aber sicher keinen ganzen Film. Dass er einen Großteil der Geschichte verschläft, stört gar nicht weiter."Die "Süddeutsche Zeitung": "In Saarbrücken gilt das Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, dreht man völlig ungeniert. ,Weihnachtsgeld ' wabert zwischen Lachnummer und Weihnachtsgeschichte . Und man wünscht sich, dass Staatsanwältin und Assistentin zu "Soko Leipzig" abwandern.""Spiegel Online" findet: "Ein "Tatort", wie im Glühweinrausch erdacht: In der neuen Saar-Episode ermittelt Devid Striesow als Kommissar Stellbrink auf Weihnachtsmärkten - und in Bordellbetten. Oje." Und: "Mit "Weihnachtsgeld " macht der Saar-"Tatort" seinem schlechten Ruf ein weiteres Mal alle Ehre.""Stern Online" lobt dagegen diesen Saarbrücker "Tatort": "Devid Striesow alias Kommissar Stellbrink hat das Zeug zum Kult-Ermittler. Das Ende dieser "Tatort"-Folge war ein echter Genuss. Schade nur, dass "Weihnachtsgeld " so zäh begann." ols