Der Köhler hat den glühenden Koloss im Blick

Fischbach · Im Fischbacher Forst werden bis zum Wochenende die Meilertage gefeiert. Jeden Tag kann man hier vorbeischauen, sich mit Köhler Franz Kopf unterhalten oder auch essen und trinken. Und am Samstag kann man Holzkohle kaufen.

Rauch steigt auf aus dem mit Sand bedeckten Hügel, der mitten im Fischbacher Wald steht, zwischen dem Sportplatz und der ehemaligen Privatgrube. Der kleine Hügel ist ein Kohlenmeiler. Aufgebaut haben ihn die Mitglieder des neuen Fischbacher Kulturvereins mit Hilfe eines echten Köhlers. Der heißt Franz Kopf und kommt aus Fischbach bei Hochspeyer. Für knapp 14 Tage hat er mit seinem Sohn Marco und Helfer Michael seine Zelte im Wald aufgeschlagen. Die Kohlenmeiler-Tage im Fischbacher Forst sind die erste große Veranstaltung des Kulturvereins. "Drei Tage haben wir mit etwa 20 Mitgliedern gemeinsam mit Kopf und seinen Jungs den Meiler aufgebaut", erzählt Heinrich Stragand, der 2. Vorsitzende des Vereins. Der Meiler besteht aus 40 Kubikmetern Holz, hat einen Durchmesser von etwa acht Metern und ist 2,5 Meter hoch. In der Mitte des Meilers, der komplett mit Gras und Sand bedeckt ist, befindet sich der Kamin, der so genannte Quandelschacht. Er hat oben eine Öffnung, in die der Köhler das Holz nachlegt. Zum Anzünden des Kolosses kam Umweltministerin Anke Rehlinger vorbei. Sie ist die Schirmherrin der Meilertage. Die Jagdhornbläser Diana-Alstal begrüßten die Ministerin stilecht. Sie staunte über die vielen Schaulustigen, die dabei sein wollten. "Da ist ja ganz schön was los hier", meinte Rehlinger. "Wir wollen mit den Meilertagen ein fast ausgestorbenes Handwerk, das in Fischbach eine lange Geschichte hat, wieder in Erinnerung rufen und es vor allem Kindern und Jugendlichen näher bringen", erläuterte Werner Jung, der 1. Vorsitzende des Kulturvereins, bei seiner Begrüßung. Dank sagte er den vielen Unterstützern und Sponsoren, die diese Aktion erst möglich gemacht hätten. Jung dankte besonders der Umweltministerin und dem Forst für das Holz zum Meilerbau. "Statt eines Schecks habe ich halt 40 Kubikmeter Holz mitgebracht", scherzte Anke Rehlinger. Sie lobte die Meilertage als "ganz besonderes Ereignis". Für sie sei das Anzünden eines Meilers ein Novum: "Das mach' ich zum ersten Mal." Dass der Kulturverein eine ganze Festwoche auf die Beine gestellt habe, zeuge von einer intakten Dorfgemeinschaft, so Rehlinger. "Der Kulturverein hat mit den Meilertagen einen Volltreffer gelandet" stellte Bürgermeisterin Karin Lawall fest.

Dann ist es soweit: Frank Kopf steigt über eine Holzleiter auf die Kuppe des Meilers und öffnet den Schacht. Rehlinger folgt dem Köhler nach oben. Schließlich zünden die beiden gemeinsam den Kohlenmeiler an. Das wird mit einem Schnaps begossen. Tag und Nacht hat der Köhler den glühenden Koloss im Blick. Er darf ihn weder verlöschen, noch durch zu viel Luftzufuhr abbrennen lassen. Immer wieder muss er Holz nachfüllen. Bis Ende der Woche brennt der Meiler nun. Dann wird er geöffnet, die Holzkohle ist fertig.

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Auf einen Blick Die Kohlenmeiler-Tage im Fischbacher Forst dauern noch bis Samstag, 14. September. Auf dem Meilerplatz gibt es täglich Stammessen sowie Kaffee und Kuchen. Am Freitag, wenn Köhler Franz Kopf den Meiler Stück für Stück öffnet und die Holzkohle entnimmt, stehen Garnelenspieße und Spießbraten auf der Speisekarte. Verkauft wird die Holzkohle am kommenden Samstag. Eine Zehn-Kilo-Tüte kostet 15 Euro. ll

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