Der Kampf um freie Aussicht auf die Stadt

Saarbrücken. "Saarbrücken ist eine Stadt in einer traumhaften Lage. Mit der Alt-Saarbrücker Höhe, dem Schenkelberg und dem Wackenberg verfügt sie über einen Hang, von dem aus die ganze Stadt zu überblicken ist. Wenn das nicht in Wert gesetzt wird, ist das ein Versäumnis der Stadtverwaltung

Saarbrücken. "Saarbrücken ist eine Stadt in einer traumhaften Lage. Mit der Alt-Saarbrücker Höhe, dem Schenkelberg und dem Wackenberg verfügt sie über einen Hang, von dem aus die ganze Stadt zu überblicken ist. Wenn das nicht in Wert gesetzt wird, ist das ein Versäumnis der Stadtverwaltung." Seit vielen Jahren schon meldet sich Joachim Güth in regelmäßigen Abständen zu Wort und fordert von der Stadt, ehemals vorhandene Ausblicke durch Zurückschneiden wuchernder Sträucher und Bäume freizumachen und zerstörte Treppen und Panoramawege wiederherzustellen.

Speziell auf der Anhöhe Alt-Saarbrückens sieht Güth nach wie vor dringenden Handlungsbedarf. Schließlich seien "Ausblicke auf die Stadt, Fußwege und Treppen ein wichtiger Teil der Stadtkultur." Ein besonderes Anliegen ist Güth die Wiederherstellung der Trillertreppe, die ehemals vom Trillerweg hinauf zur Nelkenstraße führte und in den 1960er Jahren abgerissen wurde. "Die Trillertreppe war die wichtigste Treppe, die man von der Stadt aus zum Triller hinaufgehen konnte", erinnert sich Güth, der 1937 geboren ist und die Treppe in bester Erinnerung hat.

"Eine Wiederherstellung der ehemaligen Trillertreppe ist zurzeit nicht vorgesehen", betont Stadtpressesprecher Thomas Blug auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung. Prinzipielle Zustimmung findet bei der Stadtverwaltung hingegen Güths Anregung, einen alten Panoramaweg von der Zollamtstreppe (sie mündet auf den Fuß der Metzerstraße/Ecke Vorstadtstraße) in Richtung Trillertreppe freizuschneiden und wieder begehbar zu machen. "Ein solcher Panoramaweg von der Zollamtstreppe bis nach St. Arnual ist im Freiraumentwicklungskonzept der Landeshauptstadt vorgesehen", erklärt Volkmar Schulz, der im städtischen Grünamt für die Unterhaltung von Grünanlagen zuständig ist. Wann der Weg entstehen soll, sei nicht klar. Für den Panoramaweg brauche man die Zustimmung vieler privater Anlieger. "Aber so weit sind wir noch nicht", so Schulz. Wichtige Aussichtspunkte würden vom Grünamt in regelmäßigen Abständen freigeschnitten. "Etwa alle drei bis fünf Jahre werden Sträucher und Gehölze auf Stock, also ganz heruntergeschnitten, um den Blick auf die Stadt freizuhalten."

Panoramablicke würden auf diese Weise ermöglicht vom Alt-Saarbrücker Nussbergdenkmal, vom Wackenberg oberhalb der Stiftskirche, vom Güdinger Berg und vom Cottbuser Platz in Malstatt. Durch die Holzernte des Forstes sei auf dem Winterberg eine Schneise in den Wald geschlagen worden, die ebenfalls einen guten Ausblick auf die Stadt ermögliche. Joachim Güth gehen die Bemühungen der Stadtverwaltung nicht weit genug. Nur in einem Punkt kann er sich ein Lob nicht verkneifen: Der Blick vom Nussbergdenkmal sei "zum ersten Mal seit Jahren" wirklich frei.

 Joachim Güth an der ehemaligen Trillertreppe. Foto: Lang
Joachim Güth an der ehemaligen Trillertreppe. Foto: Lang