Der Glaube ist zurück

Nach einer starken Aufholjagd hat der 1. FC Saarbrücken II die Chance, den Klassenverbleib in der Oberliga aus eigener Kraft zu schaffen. Dafür muss er das Saisonfinale beim SV Alemannia Waldalgesheim gewinnen.

An diesem Samstag (15.30 Uhr) entscheidet sich das Schicksal der U 23 des 1. FC Saarbrücken. Im letzten Saisonspiel kann die Mannschaft mit einem Dreier beim SV Alemannia Waldalgesheim aus eigener Kraft den Klassenverbleib in der Fußball-Oberliga schaffen. Durch vier Siege und zwei Unentschieden aus den vergangenen sechs Partien hat sich der FCS II die nicht für möglich gehaltene Chance erarbeitet, eine katastrophale Saison doch noch zu einem positiven Ende zu bringen. Bei einer Niederlage droht am Samstag jedoch der Abstieg.

Schon vor dem ersten Spieltag der Saison 2013/2014 begannen für Trainer Bernd Eichmann die Probleme. Erst Mitte Mai 2013 bekam er die Freigabe des Vereins, sich auf dem Transfermarkt umzusehen. Viel zu spät, um noch einen schlagkräftigen Kader zusammenzustellen. Zwölf neue Spieler verpflichtete der FCS, die meisten davon aber ohne viel Oberliga-Erfahrung. Leistungsträger und Mannschaftskapitän Philipp Hoffmann rückte in den Profikader. Dementsprechend schwach verlief die Vorrunde. "In der momentanen Verfassung fällt es sehr schwer, an den Klassenerhalt zu glauben", sagte Eichmann nach der 0:3-Pleite im November gegen den FK Pirmasens.

Im Winter stießen Frederic Ehrmann, Julian Kern und Pascal Pellowski von den Profis zum Oberliga-Team. Nach der Entlassung von Cheftrainer Milan Sasic kamen Jaron Schäfer, Artur Schneider, Maurice Deville und Lukas Kohler hinzu. Trotz der Verstärkung blieben die guten Ergebnisse zunächst aus. Stattdessen rutschte die Mannschaft zwischenzeitlich sogar auf den letzten Tabellenplatz ab, hatte acht Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Grund dafür war laut Eichmann die ständig wechselnde Kaderzusammensetzung. Die eigentlich zur Verstärkung abgestellten Profis lieferten teils derart desaströse Leistungen ab, dass "Eiche" nach dem 1:2 gegen den SV Röchling Völklingen der Kragen platzte. "Ich hätte mich früher lieber begraben lassen, als mit so einer Einstellung ins Spiel zu gehen", sagte er Ende März über einige Profis.

Zwei Wochen später trat die Wende ein. "Das 3:3 bei Arminia Ludwigshafen war aus meiner Sicht der Auslöser für den Aufschwung", meinte Kapitän Julian Fricker vor einer Woche. Seitdem wuchs der FCS nach und nach zu einer Einheit zusammen, hat nicht mehr verloren und steht nun auf dem 13. Tabellenplatz. Der Glaube an den Klassenverbleib ist zurück. "Wir fahren mit breiter Brust nach Waldalgesheim. Wenn wir unser Spiel durchbringen, stehen die Chancen gut, auch dort zu gewinnen", sagt Fricker.

Dass der FCS trotz 14 Punkten aus den vergangenen sechs Spielen noch immer im Abstiegskampf steckt, liegt an der kuriosen Situation, dass zwischen dem Elften und dem Letzten der Tabelle nur drei Zähler Differenz liegen. "Ich glaube, so eine Situation, dass am letzten Spieltag noch acht Vereine absteigen können, gab es noch nie. Daher müssen wir voll auf Sieg spielen, denn wir wissen ja nicht, was auf den anderen Plätzen passiert. In diesem Saisonfinale ist alles möglich", sagt Trainer Eichmann.