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Der Ferienhausverkäufer ist in Rekordzeit fertig

Joachim Rinkenbach
Joachim Rinkenbach FOTO: B K
Saarbrücken. 250 Ferienhäuser am Bostalsee hat der Saarbrücker Vertriebsleiter Joachim Rinkenbach in nur drei Jahren an Privatinvestoren verkauft. Der ehemalige Hotelbesitzer setzte auf Fleiß, bescheidenes Auftreten und ein gutes Team. Peter Wagner

Manchmal sind im Wirtschaftsteil der Zeitung drollige Nachrichten über Menschen zu lesen, die sich selbst überflüssig machen, indem sie ihren Arbeitsplatz wegrationalisieren. In gewisser Weise gehört auch Joachim Rinkenbach in diese Kategorie. Der 57-jährige Saarbrücker hat in drei Jahren als Vertriebsleiter fast 250 Ferienimmobilien am Bostalsee an private Kapitalanleger aus Deutschland und Luxemburg verkauft - hundert mehr beziehungsweise zwei Jahre schneller als gedacht. Da alle 500 Center-Parcs-Ferienhäuser an dem Binnensee nun weg sind, ist die Aufgabe erledigt, der Vertriebschef kann sich eine neue Aufgabe suchen.

Der in Hostenbach gebürtige Jochim Rinkenbach, gelernter Bankkaufmann, war die längste Zeit seines Berufslebens bei einer Kreissparkasse und bei der Landesbausparkasse im Vertrieb tätig. 2007 gab er eine leitende Position auf, um am St. Johanner Markt das Hotel Fuchs zu übernehmen. Als ihn 2011 das verlockende Angebot erreichte, die Ferienhäuser verkaufen zu helfen, übergab er das Stadthotel an den Drei-Sternekoch Klaus Erfort und nahm den Job im Nordsaarland an.

Die historisch niedrigen Zinsen kamen dem Produkt "Ferienhauspark für Privatinvestoren" entgegen, dennoch waren die Häuschen zu Preisen zwischen 108 000 und 245 000 Euro keine Selbstläufer. Rinkenbach und sein Verkaufsteam, das er aus erfahrenen ehemaligen Weggefährten rekrutierte, überwiegend Ruheständler , erledigte seine Arbeit offenkundig vorzüglich.

Rinkenbach sagt, Fleiß, Seriosität und Geduld mit den Menschen hätten zu dem Erfolg geführt. Assistentin Monika Krächan avancierte mit ihrer freundlichen Art bei der Kundenbetreuung zur "guten Seele" des Projektes. Dass mancher Kunde ein zweites oder gar drittes Haus erwarb, mag auch mit dieser menschlichen Seite zu tun gehabt haben. Sieben Tage in der Woche war das schicke, aber nicht protzige Verkaufsbüro an der Seeverwaltung geöffnet, ausdrücklich animierten die Verkäufer die Interessenten, Entscheidungen bei einem verlängerten Wochenende im schönen Saarland zu treffen, anstatt die Katze im Sack zu kaufen. Dass der Vertriebsleiter Mittel- statt Oberklasseauto fuhr, mag symbolisch für die Herangehensweise stehen.

Und was kommt nun? Rinkenbach dürfte wohl nicht lange arbeitslos bleiben, es warten andere Kapitalanlagen oder Ferienimmobilien auf Verkäufer. Ab Juni geht er was Neues an.