Der Chef ist der einzige Außendienstler

Saarbrücken. In den meisten Büros dieser Welt stehen die Körbchen für ausgehende Akten und Post in Griffhöhe. Nicht so beim Versicherungsmakler Rolf Neukirch auf dem Saarbrücker Rotenbühl. Der Gründer und Geschäftsführer der Neukirch-Gruppe, die Firmen und Freiberufler in Versicherungs- und Immobilienangelegenheiten berät, bevorzugt die Bodenablage

Saarbrücken. In den meisten Büros dieser Welt stehen die Körbchen für ausgehende Akten und Post in Griffhöhe. Nicht so beim Versicherungsmakler Rolf Neukirch auf dem Saarbrücker Rotenbühl. Der Gründer und Geschäftsführer der Neukirch-Gruppe, die Firmen und Freiberufler in Versicherungs- und Immobilienangelegenheiten berät, bevorzugt die Bodenablage. Das ist zwar mit Bücken verbunden, hält aber auch fit - "und ich sehe immer genau, was schon abgearbeitet ist", schmunzelt der sportliche 56-Jährige.

Mit Firma und Familie zog er 2004 in eines der bekanntesten Häuser Saarbrückens, die 1920 erbaute und später von dem jüdischen Eisenwarenhändler Karl David Hirsch bewohnte Villa Hirsch. Später residierte hier Ministerpräsident Johannes Hoffmann (Joho), danach das Landesarchiv.

Rolf Neukirch kaufte die denkmalgeschützte Immobilie als Pflegefall und baute sie mit feinem Gespür für die Substanz in einen repräsentativen, aber nicht wuchtigen Wohn- und Firmensitz um. Der Chef, übrigens nach wie vor "der einzige Außendienstler in der Firmengruppe", gönnt sich im Büro, abgesehen von einer Schweizer Standuhr und einem traumhaften Ausblick, keinen Luxus. "Einfach hart arbeiten und versuchen, gesund zu bleiben", nennt Rolf Neukirch als Motto, und sein Arbeitsplatz entspricht dieser Haltung.

Die Schreibutensilien sind nicht Silber, sondern verchromt. An den weißen Wänden hängen unter anderem vier Drucke von Picasso-Strichzeichnungen und eine Landkarte vom Lago Maggiore, einem geschätzten Kurzurlaubsziel. In den Regalfächern und auf dem Tisch, der vom großen Computer-Bildschirm dominiert wird, jede Menge Einzelstücke ohne Unverzichtbarkeit, aber mit kleinen Erinnerungen dahinter: drei Schreibmaschinen aus einer aufgegebenen Sammlung, ein luftloser Handball mit Autogramm von Ex-Bundestrainer Heiner Brand, ein Modell eines Mercedes Cabrio. Das poppig-bunte Teegeschirr ist ein Mitbringsel aus London.

Wichtig sind Rolf Neukirch allerdings die Zimmerpflanzen. Andernorts werden sie von Sekretärinnen gepflegt, hier sind sie Chefsache. Auch dies ist ein Leitspruch von Rolf Neukirch: "Jeder muss das machen, was er am besten kann."