Der Artist sitzt auch an der Kasse

Ein Zirkus ist für viele Menschen mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden. Gerade ist wieder einer in der Stadt. Im letzten Teil der Mini-Serie stellen wir Benny Frank vom Zirkus Althoff vor.

Sein nackter Oberkörper ist übersät mit Pferdehaaren. 34 Grad. Die Sonne knallt. Die Pferde brauchen eine Abkühlung. Und das dreimal am Tag. Dafür sorgt Benny Frank. Mit 31 Jahren ist er der älteste Enkelsohn des Zirkusdirektors. Er wacht nicht nur über die Pferde , sondern auch über die Zirkuskasse.

Während der Vorstellungen hat Frank auch seine Rolle und schwingt am Trapez durch die Luft. Was für das Publikum locker und leicht aussieht, nennt Frank "Menschenquälen". Steinig war der Weg, bis er seine Nummern "aus dem Effeff draufhatte", erzählt er.

Mit 21 Jahren trainierte er zwei Monate lang an einem Internat, und heute noch drei bis vier Wochen im Jahr zusammen mit einem Profi von der Berliner Artistenschule. Viele Wunden und Schmerzen hat er schon ausgestanden. "Aber ich will nichts anderes machen", weiß Frank jetzt.

So klar war ihm das nicht immer. Anfang des Jahres hatte er das Handtuch geworfen. Er wollte weg vom Zirkus und raus in ein "normales" Leben. In Berlin mietete er sich eine Wohnung. Arbeitete als Kellner. "Dafür brauchte ich keine Berufsausbildung", erzählt er. Nach acht Monaten konnte er nicht mehr. Die Sehnsucht nach dem Zirkus hat das "schwarze Schaf" zurückgeführt zu seiner Familie und dem Unternehmen auf Reisen. Doch er wurde nicht sofort mit offenen Armen empfangen. "Die Familie hatte mit mir gebrochen", sagt er. Nicht lange allerdings. Mittlerweile hat der Familienbund Benni Frank wieder aufgenommen. Jetzt bleibt er frei nach dem Motto "aufstehen und weitermachen". Das hat er in den letzten Jahren gelernt. Vor Jahren ist er einmal abgestürzt vom Trapez. Acht Meter tief auf den Asphalt. "Wäre ich nicht direkt aufgestanden und hätte die Nummer zu Ende gebracht, hätte ich mich nie mehr auf das Trapez getraut", erzählt er. Und Artist zu werden, war schließlich immer sein größter Traum.

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Auf einen Blick Zum Zirkus Jacki Althoff gehören 40 Personen und rund 50 Tiere, darunter Kamele, Pferde , Mini-Ponys, Lamas und Hunde. Den Zirkus gibt es bereits seit 250 Jahren. Zirkusdirektor und Familienoberhaupt Edmund Frank bezeichnet ihn als ältestes Familienunternehmen auf Reisen. Er führt den Zirkus in der zehnten Generation. Der Zirkus gastiert noch bis kommenden Montag, 12. September, auf dem Festplatz Saarterrassen in Saarbrücken-Burbach. Die Vorstellungen sind nach Zirkusangaben wochentags um 17 Uhr, samstags um 15 und 19 Uhr und sonntags um 11 und 15 Uhr. hep Mehr Informationen zum Zirkus Althoff gibt es unter Tel. (0174) 7 21 24 83 oder auf der Internetseite der Zirkusfamilie. circus-jacky-althoff.de